Die tägliche Medizin

- Mindestens fünf Millionen Menschen in Deutschland leiden an Diabetes vom Typ 2. Die Dunkelziffer könnte genauso hoch sein, da die Zuckerkrankheit oft erst nach Jahren erkannt wird. "Mit Lifestyle-Änderungen, das heißt gesunder Ernährung, mehr körperlicher Aktivität und Rauchverzicht, könnten 80 bis 90 Prozent der Diabetes vom Typ 2-Erkrankungen vermieden werden", so Dr. Matthias Schulze vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam.

Wer wissen möchte, wie groß sein persönliches Risiko ist, innerhalb der nächsten fünf Jahre an Diabetes vom Typ 2 zu erkranken, kann das Internet befragen. Auch dazu, wie er sein Risiko verringern kann. Ein Diabetes-Risiko-Test ermittelt die individuelle Wahrscheinlichkeit für die Zuckerkrankheit anhand von mehreren Parametern. Dazu gehören Alter, körperliche Aktivität, Taillenumfang sowie Ernährungsgewohnheiten, Alkohol und Rauchen. Die Berechnung basiert auf Ergebnissen der sogenannten EPIC-Potsdam Studie. Hier wurden Zusammenhänge zwischen Ernährung und Diabetes vom Typ 2 erforscht.

Keine Untersuchung im Labor nötig 

Entwickelt wurde der Deutsche Diabetes-Risiko-Score (DRS) vom Institut für Ernährungsforschung. "Für die Risikoermittlung sind keine Laboruntersuchungen nötig", erklärt Schulze. "Außerdem zeigt er der jeweiligen Person auf, wie und um wie viel sie ihr Risiko durch Lebensstiländerungen verringern kann." Beispielsweise, indem man helles Brot durch Vollkornbrot ersetze.

Wie senkt man das eigene Risiko?

Überdies erfährt man, inwiefern das Risiko sinkt, wenn man aufhört zu rauchen oder statt zwei Gläsern Wein abends nur noch ein Glas trinkt. Jeder hat die Möglichkeit durchzuspielen, wie er die größte Wirkung erzielt. Allerdings könnte ein geringes Risiko nicht ausgeschloßen werden, doch irgendwann an Diabetes vom Typ 2 zu erkranken. In seltenen Fällen liegen erbliche Faktoren vor, die der DRS nicht berücksichtigt, die aber das Diabetes-Risiko verdreifachen können. Umgekehrt sei ein hoher Risikowert noch nicht gleichbedeutend mit einer späteren Diabetes-Erkrankung, sagt Schulze und warnt vor voreiligen Schlussfolgerungen. Vorbeugung ist in jedem Fall ratsam.

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