Die tägliche Medizin: Sonnenschutz

- Über Jahrhunderte galt blasse Haut als Schönheitsideal. Vornehme Damen verließen nur mit Sonnenschirm das Haus. Heute riskieren viele sogar ihre Gesunheit, um braun zu werden. Pro Jahr sterben allein in Deutschland rund 2000 Menschen an schwarzem Hautkrebs. Doch beachtet man einige Regeln, bleibt die Haut gesund.

"Wir empfehlen nicht mehr als 50 Sonnenbäder pro Jahr", sagt Florian Emrich vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter. Wie lange man ungeschützt in der Sonne bleiben kann, hängt vom Hauttyp ab: "Am empfindlichsten sind Menschen mit roten Haaren und Sommersprossen", sagt Emrich. Im Sommer bekommen sie schon nach fünf bis zehn Minuten einen Sonnenbrand. Bei Dunkelhaarigen mit hellbrauner Haut dauert dies länger, bis zu vierzig Minuten. "Aber Vorsicht, auch wenn man keinen Sonnenbrand hat, kann durch zu viel UV-Strahlung das Hautkrebsrisiko steigen", warnt Emrich.

Ein längeres Sonnenbad ermöglichen spezielle Cremes und Lotionen: Sie verzögern einen Sonnenbrand um den sogenannten Lichtschutzfaktor (LSF). Wer also ungeschützt 10 Minuten in der Sonne bleiben darf, kann mit LSF sechs eine Stunde am Strand liegen. Zumindest in der Theorie: "Nach unseren Erfahrungen wird der LSF in der Praxis oft nur zu einem Viertel erreicht", so Emrich. "Denn meist wird zu sparsam eingecremt". Auch nach dem Schwimmen vergessen viele das Nachcremen. Für den Sonnenschutz sorgen spezielle UV-Filter: In den meisten Produkten wandeln chemische Stoffe die energiereichen UV-Strahlen in Wärmeenergie um. Doch muss die Creme schon 30 Minuten vorher aufgetragen werden. Sofort schützen indes neuere Mittel: Wie ein Spiegel streuen und reflektieren winzige Nanopartikel die Strahlen. Doch auch die Stärke der Strahlung bestimmt die Dauer des Sonnenbades: Sie wird im sogenannten UV-Index angegeben. "Beim Bundesamt für Strahlenschutz gibt es für jede Region eine 3-Tages-Prognose", sagt Emrich (unter www.bfs.de/uv). "Eine gute Faustregel ist: Der Lichtschutzfaktor sollte mindestens doppelt so hoch sein, wie der UV-Index."

Nach einigen Sonnenbädern entwickelt die Haut jedoch selbst Schutzstoffe: Das Pigment Melanin macht nicht nur braun, es macht die Haut auch unempfindlicher gegen UV-Strahlen. Gerade am Anfang der Saison müsse man die Haut darum erst langsam an die Sonne gewöhnen, sagt Emrich. "Mit höherem Lichtschutzfaktor und kürzeren Sonnenbädern."

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