90 Tage in schräger Lage

- Zur medizinischen Vorbereitung einer bemannten Marsmission lassen Berliner Forscher 20 Männer als "terrestrische Astronauten" acht Wochen lang im Bett auf einer Isolierstation liegen. Hintergrund: Nach der Rückkehr aus dem All ähnelt der Zustand der Mars-Astronauten dem von bettlägerigen Patienten. Deshalb sei die lange Bettruhe ein geeignetes Modell, Folgen eines längeren Aufenthalts in Schwerelosigkeit zu studieren, betont das Berliner Zentrum für Muskel- und Knochenforschung (ZMK). Die "Berliner BedRest-Studie" Studie im Auftrag der European Space Agency (ESA) beginnt im Februar am Uniklinikum Benjamin Franklin der Freien Universität.

Bei Marsmissionen werden die Astronauten etwa zwei Jahre unterwegs sein. Bereits nach einem Aufenthalt von wenigen Wochen im All verlieren die Knochen jedoch erheblich an Substanz. Um die Gefahr von Knochenbrüchen der Weltraumfahrer bei ihren ersten Gehversuchen im Schwerefeld des Mars' auszuschließen und damit ein Scheitern der gesamten Mission zu verhindern, müssten geeignete Muskeltrainings-Methoden zur Verhinderung von Muskel- und Knochenschwund entwickelt und getestet werden. <BR><BR>Für die Studie hat das Zentrum für Muskel- und Knochenforschung 20 Männer zwischen 20 bis 45 Jahren verpflichtet, die Zeit haben und den eisernen Willen, acht Wochen im Bett zu bleiben. Sie dürfen in dieser Zeit keine privaten und persönlichen Kontakte haben. Nur Telefon und Fernsehen sind erlaubt. <BR><BR> Bereits 2001 verbrachten 14 Männer in dem für die ESA 90 Tage in schräger Ruhelage in der Raumfahrtklinik im südfranzösischen Toulouse. "Sie haben alle bis zum Ende durchgehalten und das getan, was wir von ihnen erwartet haben", sagt der dänische Projektleiter Benny Elmann-Larsen. "Sie haben alle das lange Liegen ohne große medizinische Probleme gut vertragen", ergänzt der leitende Arzt des Versuchs, Jacques Bernard. fwt/mm <BR>

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