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Marc Bator ist Nachrichtensprecher der "Tagesschau"

Jetzt kommt die "Tagesschau" fürs Internet

Bremen/Berlin - Die "Tagesschau", Deutschlands erfolgreichste Nachrichtensendung, bekommt einen jungen Ableger im Internet. So funktioniert die "Tageswebschau".

Als “Tageswebschau“ richtet sich das fast 60 Jahre alte Format vor allem an jüngere Zuschauer, die Fernsehen mittlerweile häufig übers Netz schauen und sich dort mit anderen über die Themen austauschen. In kurzen Beiträgen soll die neue Nachrichtensendung im Web die wichtigsten Ereignisse und Themen des Tages bündeln und aus “Sicht des Netzes“ aufbereiten, wie es von den Machern heißt. Auch Themen, die aus dem Netz kommen, über die vor allem dort diskutiert wird, sollen verstärkt gezeigt werden - also viele Dinge, die nicht in der “Tagesschau“ landen.

Die ARD-Anstalten Radio Bremen und Hessischer Rundfunk sowie die Nachrichtenredaktion ARD-aktuell in Hamburg sind für die “Tageswebschau“ verantwortlich, die an diesem Montag (4.6.) in eine sechsmonatige Testphase startet.

Wie es sich für ein Netz-Angebot gehört, soll das Ganze interaktiv sein - mit einem interaktiven Player können die Nutzer zu den Themen zusätzliche Informationen abrufen; außerdem spielen Infografiken eine wichtige Rolle bei der Vermittlung der Nachrichten, wie es am Donnerstag bei einer Online-Pressekonferenz hieß. Soziale Netzwerke wie Facebook sind - wie heute üblich - ebenfalls eingebunden.

Die verrücktesten Briefe der Zuschauer ans Fernsehen

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Man wolle vor allem jüngere Menschen unter 30 Jahren mit der Sendung erreichen und informieren, aber “die “Tageswebschau“ ist keine Marketingmaßnahme“, sagte ARD-aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke, sondern sei ein echtes Nachrichtenangebot.

Es wird täglich gegen 17 Uhr eine neue “Tageswebschau“ geben, die - ohne typischen Sprecher - zwei bis drei Minuten dauert; sie ist damit etwas länger als das bereits existierende Format “Tagesschau in 100 Sekunden“, das einen schnellen Überblick über die wichtigsten Themen des Tages gibt. Künftig sind beide Kurz-Nachrichtensendungen über das Internetangebot “tagesschau.de“ zu erreichen, die “Tageswebschau“ zudem auf den Internetseiten der jungen ARD-Radios und ganz klassisch im TV bei den drei ARD-Digitalsendern (tagesschau24, EinsPlus, EinsFestival) zu unterschiedlichen Sendezeiten.

Währenddessen schwelt der Streit um die “Tagesschau“-App, also das Web-Angebot für Tablet-Computer und Smartphones, weiter. Die Zeitungsverleger haben die ARD verklagt, weil sie in dem gebührenfinanzierten Angebot wegen vieler langer Texte ein presseähnliches Produkt sehen, das ihnen im Netz Konkurrenz mache. Der Versuch einer gütlichen Einigung war gescheitert, der nächste Gerichtstermin ist am 19. Juli. Die “Tageswebschau“ dürfte der öffentlich-rechtlichen ARD hingegen vermutlich kaum juristische Probleme bringen, da es sich dabei um ein Bewegtbildangebot handelt und nicht um ein Web-Angebot mit langen Nachrichtentexten.

dpa

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