Taketomi: Konnichi wa!

- Mit traditionell-japanischen Trommelschlägen und einer tiefen Verbeugung des Respekts begrüßt Yoshinori Uesedo sechs Münchner Studenten, die den weiten Weg auf die kleine japanische Insel Taketomi gekommen sind. Eine Woche lang hatten sie die Gelegenheit mit den rund 350 Bewohnern zusammenzuleben und vor Ort die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und der kleinen Insel im Land der aufgehenden Sonne im Rahmen eines Programms der japanischen UNESCO hautnah zu erleben.

"Auf Taketomi werden viele Traditionen noch wie vor rund 600 Jahren praktiziert und am Leben gehalten", erklärt Uesedo. "Das für uns besonders wichtige Tanaduifest, das einmal im Jahr gefeiert wird, hat seinen Ursprung in den religiösen Gottesehrungen der damaligen Bauern."<BR><BR>"Studenten unterschiedlicher Fachrichtungen sollen bei uns die verschiedenen Aspekte von Tradition kennen lernen", erklärt der Mitorganisator Professor Toshiyuki Kono von der japanischen LMU-Partneruniversität Kyushu. "Neben Bräuchen wie Tanz und Musik, spielen in Japan auch andere Bereiche des immateriellen Kulturgutes, wie lokal unterschiedliche Religionen oder mündliche Überlieferungen eine sehr wichtige Rolle." Seit 2003 ist der Jurist, der auch als Gastdozent an der LMU tätig war, Mitglied einer UNESCO-Kommission, die sich besonders mit dem weltweit unterschiedlichen Verständnis von immateriellem Kulturerbe, wie mündlichen Überlieferungen, befasst.<BR>"Besonders toll war, dass wir auch selber mitmachen konnten", erzählt Angelika Hafenmayer begeistert.<BR><BR>"Wir hatten unter anderem die Möglichkeit, Muchane-Reiskuchen zu backen, die normalerweise nur zum Tanaduifest zubereitet werden," erklärt Hafenmayer. "Die konnten wir dann mit japanischem Reiswein und eingelegten Meeresfrüchten genießen, nachdem uns die Tänze des Tanaduifestes erklärt und vorgeführt wurden."<BR>"Für mich war dieses erste Mal in Japan wahnsinnig aufregend", gesteht Hafenmayer, "zum Glück habe ich schon zwei Semester Japanisch studiert, das hat mir sehr geholfen, mich ein bisschen mit den Bewohnern auf Taketomi zu verständigen."<BR><BR>"Kulturelle Diversität ist ein sehr wichtiges Thema für die Zukunft der internationale Gemeinschaft", meint Kono. "Es ist natürlich, dass moderne Elemente das Leben in unserer heutige Zeit stark beeinflussen. Allerdings sollten Tradition und Moderne immer im Gleichgewicht sein."

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