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Zählt zweifelsohne zu den Technik-Highlights 2017: Seit Jahresbeginn kann auch in der zweiten Klasse von ICEs kostenlos im Internet gesurft werden.

Von Apple bis Zugfahren

Technik 2017: Das bringt das neue Jahr

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München - Schon an den ersten Tagen des Jahres gibt es für Technik-Freaks allerhand spannende Neuerungen zu erleben. Wir stellen die Highlights 2017 vor.

Der Technik-Jahrgang 2017 legte einen klassischen Frühstart hin. Bereits vergangene Woche fand mit der CES in Las Vegas eine der weltgrößten Elektronikmessen statt. Wir blicken aufs neue Jahr - und verraten, was in Sachen Technik alles zu erwarten ist.

Der mittlerweile verstorbene Apple-Gründer Steve Jobs am 9. Januar 2007 mit dem iPhone.

Apple: An diesem Montag hat das iPhone zehnten Geburtstag. Am 9. Januar 2007 stellte Firmengründer Steve Jobs in San Francisco die „Mutter aller Smartphones“ vor. Feiern will Apple aber erst im Herbst, mit einem spektakulären Jubiläums-iPhone, um das sich schon jetzt jede Menge Gerüchte ranken. Nachdem das Design seit 2014, seit dem iPhone 6, nicht mehr verändert wurde, soll das neue Modell komplett anders aussehen.

Der Home-Knopf verschwindet offenbar unter einem neuen und extrem kontrastreichen OLED-Schirm, das Laden funktioniert drahtlos. Und weil der Rahmen rund ums Display fast komplett verschwinden soll, könnten die Bildschirme auf 5 und 5,8 Zoll wachsen, bei unveränderter Gehäusegröße. Als Namen sind „iPhone 10“ und „iPhone X“ im Gespräch.

Digitale Assistenten: Vernetzte Lautsprecher wie der Amazon Echo (180 Euro), der seinem Besitzer per Sprachbefehl dessen Lieblingsmusik vorspielt oder das Licht ein- und ausschaltet, sind 2017 eines der wichtigsten Technikthemen. Und das trotz der Bedenken von Datenschützern, die davor warnen, sich so einen „Lauschsprecher“, der ständig das Mikrofon offen hat, als Spion ins Wohnzimmer zu stellen. Wie neugierig der Echo ist, weiß auch die Polizei in den USA. Sie will jetzt einen mutmaßlichen Mörder, in dessen Badewanne eine Leiche gefunden wurde, anhand der Gespräche überführen, die der Lautsprecher aufgezeichnet hat.

Drahtlose Kopfhörer: Nachdem Apple beim iPhone 7 die Kopfhörerbuchse gestrichen hat, ziehen dieses Jahr Konkurrenten wie Samsung nach. Die Zukunft gehört drahtlosen Kopfhörern, die per Bluetooth mit dem Smartphone vernetzt sind. Apples AirPods, die sich dank des hauseigenen W1-Chips besonders schnell mit dem iPhone verbinden, sind gerade für satte 179 Euro erschienen. Doch es geht auch günstiger: Den guten Bluetooth-Kopfhörer August EP650 finden Sie schon für 50 Euro.

DVB T2 folgt auf DVB-T.

DVB-T2 HD: Dieses Kürzel steht fürs neue Antennenfernsehen, das am 29. März 2017 auch in München offiziell startet. Im Gegensatz zum Vorgänger DVB-T überträgt DVB-T2 HD erstmals scharfes Full-HD-Fernsehen per Antenne. Neben der Bildqualität steigt auch die Programmauswahl. Rund 40 Sender sind im Angebot. ARD, ZDF und ihre Ableger wie BR, 3sat oder ZDF-neo können Sie gratis sehen. Für den Empfang der Privaten wie RTL, VOX, Sat.1 oder ProSieben ist dagegen (nach einer kostenlosen Testphase bis 30. Juni) ein Abonnement des Pakets „Freenet TV“ für 69 Euro im Jahr erforderlich. 

Um das neue Fernsehen empfangen zu können, brauchen Sie einen Receiver (ab 40 Euro) und eine Zimmer- oder eine kleine Außenantenne, die Sie zum Beispiel ans Fenster klemmen. Unter dvb-t2hd.de/empfangscheck erfahren Sie für Ihre Postleitzahl, welche Antenne Sie benötigen. Ihre bisherige Hardware für den DVB-T-Empfang ist ab 29. März leider Elektroschrott, damit bleibt der Bildschirm dann schwarz. Wichtig: Das alles gilt nur, wenn Sie Ihr Programm per Antenne empfangen wollen. Wenn Sie Kabel, Sat oder Internet-TV nutzen, bleibt alles beim Alten. Damit können Sie die Privaten (wenn auch nur ohne HD) weiterhin kostenlos sehen.

Internet-Verträge: Ab 1. Juni dürfen sich Telekom, Vodafone & Co. bei ihren Internet-Leitungen nicht mehr auf Formulierungen wie „bis zu 25 Megabit pro Sekunde“ herausreden. Sie müssen ihren Kunden das tatsächlich mögliche Tempo mitteilen. Und auf den Rechnungen müssen künftig Vertragslaufzeit und letztmöglicher Kündigungstermin angegeben sein.

Nintendo: Die Videospiel-Premiere des Jahres 2017 findet bereits diesen Freitag statt. Dann stellt Nintendo in Tokio seine neue Konsole Switch vor. Fans von Mario & Co. können ab 5 Uhr früh deutscher Zeit auf nintendoswitch.de live dabei sein. Der Switch ist eine Mischung aus Wohnzimmerkonsole und tragbarem Gerät. Er erscheint im März für 270 bis 300 Euro.

Nokia: Die Kultmarke kehrt zurück. Nach dem Ende der Kooperation mit Microsoft dürfen die Finnen wieder eigene Smartphones mit Android-Software anbieten. Und auch neue Nokia-Handys sind im Anmarsch, mit denen die Nutzer wie früher einfach nur telefonieren und simsen können. Erstes neues Modell ist das Nokia 150 mit klassischer Tastatur und einem Akku, der im Stand-by fast einen Monat durchhält. Start ist im Frühjahr, der Preis dürfte bei 30 Euro liegen.

Roaming: Nach jahrelangem Hin und Her soll es am 15. Juni so weit sein. Dann entfallen innerhalb der EU - wenn sich die Pläne nicht nochmals ändern - die Roaming-Gebühren für Telefonieren, Surfen und Simsen. Das neue Motto lautet „Roam like home“. Das bedeutet: Ihre heimischen Tarife und Flatrates gelten dann auch im EU-Ausland. Aber Achtung: Außerhalb der EU, also auch in der Schweiz oder der Türkei, bleiben die Roaming-Tarife teilweise extrem hoch.

Soziale Medien: Die USA fragen Einreisende seit Ende 2016 auch nach ihren Konten bei sozialen Medien wie Facebook, Twitter oder Instagram. Zunächst sind die Angaben freiwillig. Doch wer die Felder leer lässt, könnte bei der Einreise zumindest hochgezogene Augenbrauen zu sehen bekommen. Nicht nur aus diesem Grund gilt 2017 mehr denn je: Geben Sie in sozialen Medien so wenig über sich preis wie nur möglich.

USB-C:

Vergessen Sie alle Anschlüsse, die Smartphones oder Notebooks bisher eingebaut haben. Denn künftig wird es nur noch USB-C geben. Dieser Stecker ist klein, robust und besonders schnell (10 Gigabit pro Sekunde, 20-mal so flott wie das frühere USB 2.0). Und er kann sowohl Daten als auch Strom übertragen. Apple hat bereits umgestellt, die neuen MacBooks bieten nur noch USB-C - zum Verdruss der frühen Käufer, die momentan für jedes Gerät einen Adapter brauchen. Doch schon dieses Jahr soll sich USB-C flächendeckend durchsetzen. Wenn Sie künftig eine externe Festplatte oder einen Monitor kaufen, sollten Sie darauf achten, dass sich das Zubehör per USB-C (3.1) anschließen lässt.

VR-Brillen lassen uns in virtuelle Welten eintauchen.

Virtuelle Welten: VR-Brillen, mit denen sich virtuelle Welten besuchen lassen, drohen zum nächsten Technikflop zu werden. Sony hat 2016 von seiner Datenbrille PlayStation VR statt der geplanten 2,6 Millionen Stück wohl nur 750.000 Exemplare verkauft. Und Warentest übt harte Kritik: „Technik, die schwummrig macht. Die Videobrillen, die einen in Scheinwelten eintauchen lassen, überzeugen noch nicht so ganz.“ Alle fünf Probanden kämpften mit Schwindelgefühl und Unwohlsein.

Ob die Brillen 2017 den Durchbruch schaffen, scheint zweifelhaft, bisher wirkt die Technik wenig ausgereift. Eine andere Brille könnte dagegen für Furore sorgen. Die Snapchat-Sonnenbrille mit eingebauter Kamera, deren Besitzer damit Fotos und kleine Videoclips aufnehmen können, ist in den USA schon jetzt Kult. Sie wird 2017 für rund 150 Euro auch bei uns erwartet.

WhatsApp: Auf vielen älteren Smartphones läuft die Nachrichten-App bereits seit 1. Januar nicht mehr. Das betrifft Oldies mit Android 2.1 oder 2.2, mit Windows Phone 7 oder mit Apples iOS 6 aus dem Jahr 2012. Ab 30. Juni wird WhatsApp dann auch auf den Handys der einstigen Größen Nokia und Blackberry abgeschaltet. Wer WhatsApp weiterhin nutzen möchte, kommt dann am Kauf eines neuen Smartphones nicht vorbei.

Zugfahren: Bahnkunden können sich freuen. Denn seit Jahresbeginn steht auch in der zweiten Klasse der ICE-Züge kostenloses WLAN zur Verfügung. Die Datenmenge ist aber auf 200 Megabyte pro Tag beschränkt. Und das Surftempo liegt bei beschaulichen 1 Megabit pro Sekunde, also quasi DSL 1.000. Netflix-Videos laufen damit nicht, aber zumindest Mail und WhatsApp sind möglich. Das ICE-Internet soll auf 85 Prozent des Streckennetzes funktionieren.

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