Telefónica: „Alle Netze“-Flatrate fürs Festnetz

München - Telefónica fordert mit einer neuen Flatrate für seine Festnetz- und DSL-Kunden die Telekom heraus. O2-Kunden sollen unbegrenzt ins Festnetz und in alle deutschen Mobilfunknetze telefonieren können.

Festnetzkunden von Telefónica Deutschland werden künftig unbegrenzt ins Festnetz sowie in alle deutschen Mobilfunknetze telefonieren können. Die neuen Tarife sollen vom 17. Oktober an angeboten werden, kündigte das Unternehmen am Mittwoch in München an. Unter dem Namen „O2 All-In“ gibt es ab 25 Euro im Monat auch unterschiedliche Datenoptionen mit einer Volumenbegrenzung. Flatrates für Festnetz-Verbindungen sind auf dem deutschen Markt üblich. Die Einbindung aller Mobilfunknetze in Deutschland ist dagegen außergewöhnlich.

Im kleinsten Paket S ist ein Datenvolumen bis 100 Gigabyte im Monat bei einer Geschwindigkeit von acht Megabit pro Sekunde enthalten. Danach wird die Datenleitung auf langsame zwei MBit/s gedrosselt. Das mittlere Paket (M) für 30 Euro im Monat bietet im Vergleich zum S-Tarif die doppelte Geschwindigkeit, der Tarif L für 35 Euro im Monat sogar 50 MBit/s. Die Optionen M und L sind mit einer „Fair Flat“ für Daten ausgestattet. Danach greift eine Drosselung der Leitung ab 300 Gigabyte im Monat bis zum Ende des Abrechnungsmonats, wenn der Kunde drei Monate in Folge diese Schwelle überschritten hat.

Telefónica will sich damit von einer strengeren Drosselungsreglung bei der Deutschen Telekom abgrenzen. Die Telekom hatte im Sommer mit einer Ankündigung für die Kappung von Flatrates für Proteste gesorgt. Danach sollten Kunden, die ein Surfvolumen von 75 Gigabyte überschreiten, nur noch deutlich langsamer im Netz unterwegs sein. Für ihre Pläne zur Verlangsamung der Internetgeschwindigkeit wurde die Telekom als „Drosselkom“ verspottet. Später ruderte das Unternehmen zurück, auch Nutzer mit gedrosselter Leitung sollten nun mit mindestens noch zwei MBit/s surfen können. Die Tempo-Bremse bei der Telekom soll nicht vor 2016 greifen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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