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Mit Flatrate-Paketen lässt sich jede Menge Geld sparen.

Telefon, Internet, Handy - So finden Sie den günstigsten Tarif

München - Früher war Telekommunikation einfach und ­übersichtlich. Eine Telefoneinheit kostete 23 Pfennig – und Internet gab‘s nicht.

Heute sind T­elefonieren und ­Surfen eine Wissenschaft für sich: Allein die Telekom ­bietet 22 Tarif-Pakete an. Und Sie ­haben die Wahl zwischen DSL-Anschluss, ­Surfen per Mobilfunk, Internet-­Fernsehen oder dem Online-­Zugang übers TV-­Kabel. Wir haben für Sie Technik und ­Tarife verglichen – und ­verraten Ihnen, wie Sie derzeit am ­günstigsten und bequemsten ins Netz ­gehen und ­telefonieren

1. DSL-Pakete – der Klassiker

- Darum geht es: Ein DSL-Anschluss zum Telefonieren und fürs schnelle Internet – dafür entscheiden sich derzeit die meisten Kunden. Weil die Preise in den letzten Monaten nochmals gesunken sind, sollten Sie auf jeden Fall eine Flatrate (Festpreis) buchen. Damit kommen Sie fast immer günstiger weg als mit Minutenpreisen – und erleben bei der Rechnung keine Überraschung.

- Diese DSL-Leitung brauchen Sie: Bereits DSL 2000 reicht fürs flotte Surfen und Mailen. Wenn Sie öfter größere Dateien wie Musik oder Filme aus dem Netz laden, sollten Sie DSL 6000 buchen. DSL 16.000 (oder schneller) brauchen Sie eigentlich nur fürs Online-Fernsehen oder superschnelle Downloads. Die in der Werbung angegebenen Geschwindigkeiten werden allerdings in der Praxis ohnehin kaum erreicht. Das liegt aber meist nicht am Provider, sondern an schlechten Leitungen, an denen Sie hängen.

- Das sind die neuen Trends: Wochenlange Wartezeiten sind out! Vodafone mit dem Surf-Sofort-Paket oder Alice mit Quickstart bieten Ihnen jetzt an, sofort ab Buchung des Anschlusses zu telefonieren und zu surfen. Solange die DSL-Leitung noch nicht geschaltet ist, passiert das ohne Mehrkosten und in schnellem UMTS-Tempo übers Mobilfunknetz. Auch eine Geld-zurück-Garantie für unzufriedene Kunden wie bei O2 in den ersten drei Monaten ist ein neuer und erfreulicher Trend.

- Darauf müssen Sie achten: Im DSL-Geschäft geht es beinahe schon zu wie beim Autokauf – die Firmen überbieten sich mit Rabatten und Sonderaktionen. Während der ersten Monate des Vertrags liegen die Kosten meist besonders niedrig, erst danach steigen sie aufs normale Niveau um. So zahlen Sie beim ­ „O2 DSL Komplettpaket“ mit DSL 4000 im ersten Jahr statt 30 nur 15 Euro – und sparen bei einem Durchschnittspreis von 22,50 Euro insgesamt 180 Euro. Achten Sie aber auch auf die Laufzeit: Wenn Sie sich für 24 Monate binden, können Sie nicht auf neue Angebote reagieren. Und noch ein Tipp: Bei einer Buchung im Internet zahlen Sie oft weniger als bei telefonischer Bestellung.

- Das müssen Sie bezahlen: Derzeit bietet 1&1 das billigste Flatrate-Paket an – im Durchschnitt zahlen Sie über die zweijährige Laufzeit 22,49 Euro im Monat. Zum Vergleich: Das günstigste Angebot der Telekom liegt bei 39,95 Euro – rund 77 Prozent mehr! Aber: 1&1 wurde nicht umsonst im letzten Provider-Vergleich der Stiftung Warentest mit der Gesamtnote „Ausreichend“ abgestraft, der Service der Firma gilt als problematisch und teuer. Und: Nur die Telekom schnitt bei den Warentestern „Gut“ ab. Sie bietet (bei allen Schwächen) immer noch den schnellsten und besten Service. Im Vergleich zur Billigkonkurrenz sparen Sie dort kein Geld – aber möglicherweise Nerven. Als guter Kompromiss zwischen niedrigem Preis und ordentlichem Service bietet sich beispielsweise Vodafone an (ab 24,95 Euro im Monat). Einen perfekten Überblick über alle Anbieter und Tarife finden Sie im Tarifrechner unter www.dsltarifinfo.de/dsl-tarifrechner.html.

2. DSL-Pakete mit Handy-­Option – der mobile ­Zusatznutzen

- Darum geht es: Immer mehr DSL-Provider versuchen, Kunden mit zusätzlichen Handy-Optionen noch enger an sich zu binden. Hier gibt es viele Möglichkeiten: Sie können kostenlos ins Handynetz des jeweiligen Anbieters telefonieren, vom Handy gratis das Festnetz erreichen, oder mobil per Handy oder Laptop surfen. Wenn Sie Ihren DSL- und Ihren Handyvertrag bei der gleichen Firma abschließen, können Sie noch mehr sparen als nur mit einem DSL-Paket allein.

- Das müssen Sie bezahlen: Beispielsweise beim 22,50-Euro-Tarif von O2 telefonieren Sie gratis ins O2-Handynetz. Bei Alice kostet ein ähnlicher Service 9,90 Euro – dafür können Sie aber sogar kostenlos vom Handy ins Festnetz telefonieren. Um herauszufinden, ob sich solche Angebote für Sie lohnen, sollten Sie mit dem Tarifrechner nach den günstigsten Preisen suchen und Ihre Einsparmöglichkeiten anhand der letzten Handyrechnungen durchspielen.

3. Telefonieren und Surfen ohne Festnetz – der neue Trend

- Rund zehn Prozent der deutschen Haushalte haben bereits keinen Festnetzanschluss mehr – sie telefonieren nur noch mobil und unter einer einzigen Nummer. Vodafone oder O2 bieten für diese Zielgruppe Pakete an, mit denen sie auch von zu Hause aus günstig übers Handynetz telefonieren und in UMTS-Geschwindigkeit surfen können, was etwa DSL 4000 entspricht. Bei einem Umzug brauchen diese „digitalen Nomaden“ dann nicht einmal mehr einen neuen Telefonanschluss.

- Das müssen Sie bezahlen: Bei Vodafone zu Hause telefonieren Sie zum Flatrate-Preis von 20 Euro per Handy unbegrenzt ins deutsche Festnetz und ins Vodafone-Netz. Eine zusätzliche Internet-Flatrate kostet 24,95 Euro. Vergleichbare Angebote gibt es auch bei Surf@home von O2. Ein DSL-Anschluss ist zwar billiger – doch wenn Sie flexibel sein wollen, kommen diese Angebote in Frage. Aber Achtung: Ab 5 GB Datenvolumen im Monat wird die Surf-Geschwindigkeit meist drastisch gedrosselt – und diese Grenze ist schnell erreicht.

4. Internet- Fernsehen – alles aus ­einer Hand

- Die Telekom hat das Internet-Fernsehen in Deutschland eingeführt, wenn auch bisher mit bescheidenem Erfolg. Bei diesen so genannten Entertain-Paketen bekommen Sie Telefon, Onlinezugang und Fernsehempfang aus einer Internet-Leitung. Unter Ihrem TV-Gerät steht dann ein neuer Receiver, mit dem Sie wie gewohnt fernsehen – dank eingebautem Festplatten-Recorder, TV-Archiv und vielen Extras aber besonders komfortabel.

- Das müssen Sie bezahlen: Die Entertain-Pakete kosten je nach Internet-Tempo und Zahl der TV-Sender zwischen 44,95 und 79,95 Euro im Monat – zum teuersten Preis sind aber Extras wie superschnelles DSL 50 000 und ein drahtloser Internet-Zugang an allen deutschen Telekom-Hotspots inbegriffen. Ab August können Sie für zusätzliche 14,95 Euro pro Monat alle Fußball-Bundesliga-Spiele live sehen. Die Preise wirken auf den ersten Blick sehr hoch, relativieren sich aber etwas, weil alle Kosten für Telefon, Internet, TV-Empfang und teilweise auch Pay-TV bereits inbegriffen sind. Ein Fall für große Multimedia-Fans! Die Möglichkeit, Fernsehen übers Internet zu empfangen, bietet übrigens auch Alice – ab 4,90 Euro im Monat.

5. Telefonieren und Internet übers Kabel – der Geheimtipp

- Kabel Deutschland bietet Flatrate-Pakete zum Telefonieren und Surfen übers TV-Kabel an. Bei der Stiftung Warentest schaffte die Firma damit die schnellsten und stabilsten Internet-Geschwindigkeiten. Da auch die Preise günstig sind, gilt das Kabel-Internet mittlerweile als echter Geheimtipp.

- Das müssen Sie bezahlen: Für das Paket Comfort mit (theoretisch) DSL 32.000 zahlen Sie während der ersten zwölf Monate nur 22,90 Euro, danach 29,90 Euro. Das Paket Classic mit DSL 6000 kostet sogar nur 12,90 Euro, allerdings ist hier nur drei Monate lang eine Telefon-Flatrate beinhaltet. Für die Installation schickt Kabel Deutschland einen kostenlosen Techniker ins Haus – der beim Warentest allerdings teilweise mehrfach anrücken musste, bis das komplexe System störungsfrei lief.

Auch die Verfügbarkeit ist noch ein Problem: Auf tz-Nachfrage konnte der Internet-Kabelanschluss allerdings in drei verschiedenen Münchner Wohnungen dreimal nicht gebucht werden.

Jörg Heinrich

So wechseln Sie Ihren Telekom-Anbieter

Das rät die Stiftung Warentest

Vertrag

Klären Sie vor dem Wechsel des Anbieters, welche Verträge Sie haben. Kombiverträge für Telefon und Internet sind oft günstiger als zwei Einzelverträge bei verschiedenen Anbietern.

Laufzeit

Prüfen Sie die Laufzeit Ihres bestehenden Vertrags. Sie können den Anbieter erst zum Ende der Laufzeit wechseln.

Auftrag

Beauftragen Sie den neuen Anbieter rechtzeitig vor Ablauf der Kündigungsfrist für den bestehenden Vertrag. Rechnen Sie dabei mit einer Bearbeitungszeit von mehreren Wochen.

Kündigung

Kündigen Sie Ihren bestehenden Vertrag nicht selbst. Überlassen Sie das dem neuen Anbieter. Wenn Sie selbst kündigen, riskieren Sie Probleme bei der Umstellung.

tz

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