Telekom macht Dampf in T-Punkten

- Bonn - Die Deutsche Telekom will den Kundenservice in den T-Punkten weiter verbessern und in den kommenden Jahren bis zu 1500 neue Arbeitsplätze schaffen. Das Unternehmen wolle die Läden noch stärker kundenorientiert ausrichten, sagte Konzernsprecher Ulrich Lissek am Sonntag der dpa.

Dabei müsste auch eine stärkere Leistungskontrolle eingeführt werden. Er appellierte zugleich an die Konzernmitarbeiter und die Gewerkschaften, mehr Flexibilität und Mobilität zu zeigen.

Konzernchef Kai-Uwe Ricke hatte am Wochenende in einem Gespräch mit der "Rheinischen Post" gesagt, dass die Telekom große Probleme habe, offene Stellen im Konzern - wie etwa bei den T-Punkten - mit eigenen Leuten zu besetzen. Gerade an der Schnittstelle zum Kunden bestünden die größten Möglichkeiten für einen Stellenaufbau. Ricke: "Hier dürfen wir nicht an der falschen Stelle sparen". In den rund 500 T-Punkten beschäftigte die Telekom derzeit rund 4000 Menschen.

Unterdessen berichtete die "Wirtschaftswoche", dass der von Ricke eingeschlagenen Sparkurs zu drastischeren Streichaktionen führen werde als bislang bekannt. Dabei sprach das Blatt von wahren "Sparorgien" und Ausgabenstopps in den drei Sparten T-Mobile, T-Com und T-Systems und berief sich auf Informationen aus der Belegschaft. Derzeit würden die gesamten Etats auf den Prüfstand gestellt, sagte Lissek dazu.

Die Telekom hatte vor knapp einem Jahr angekündigt, sich bis Ende 2008 von 32 000 Mitarbeitern ohne betriebsbedingte Kündigungen trennen zu wollen. Anfang September hatte sich Ricke vom Aufsichtsrat ein Sieben-Punkte-Programm absegnen lassen, mit dem er den Konzern nach drastischen Geschäftseinbußen im ersten Halbjahr und einer Gewinnwarnung für 2006 wieder nach vorne bringen und dem Kurs der T- Aktie auf die Sprünge helfen will.

Der Telekom-Chef war in den vergangenen Wochen wegen seiner angeblich unklaren Strategie und Fehleinschätzung des Telekom-Marktes in die Schusslinie der Kritik geraten. Medien berichteten, dass Mitglieder des Aufsichtsrates unter anderem der US-Investor Blackstone seine Ablösung forderten. Dies wurde allerdings dementiert. "Ich habe vom Aufsichtsrat ein klares Mandat bekommen und werde mit aller Kraft, die mir zur Verfügung steht, weitermachen", sagte Ricke.

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