Telekommunikations-Krise geht zu Ende

- Genf - Die Telekommunikationsbranche verzeichnet wieder deutliche Wachstumszahlen. Damit geht eine fast vierjährige Krisenperiode zu Ende, der Tausende von Arbeitsplätzen zum Opfer fielen, wie es auf der Telekommunikationsmesse "ITU Telecom World 2003" in Genf hieß. Sie war am Samstag von Spaniens König Juan Carlos und dem Schweizer Bundespräsidenten Pascal Couchepin eröffnet worden. Die weitgehend für ein Fachpublikum ausgerichtete Messe mit über 900 Ausstellern soll vor allem eine digitale Brücke zu den Entwicklungsländern schlagen.

<P>Zwischen 1999 und 2003 stieg die Zahl der Festnetzanschlüsse weltweit um 7,5 Prozent auf 1,21 Milliarden. Das geht aus dem neuesten Bericht der Weltorganisation für Telekommunikation (ITU) hervor, der zum Auftakt der Telecom 2003 präsentiert wurde. Die Zahl der Benutzer stieg um 305 Millionen. Noch beeindruckender ist die Zunahme im Bereich der Mobilfunktelefonie. Einer von fünf Menschen benutzt oder besitzt ein Mobiltelefon.</P><P>Im vergangenen Jahr überstieg die Zahl der Handy-Benutzer erstmals die Zahl der Festnetz-Benutzer. In den vergangenen vier Jahren stieg die Zahl der Benutzer um 28,3 Prozent pro Jahr. Heute gibt es weltweit rund 1,3 Milliarden Mobiltelefon-Benutzer. Auch die Entwicklungsländer hätten ein enormes Potenzial. Insgesamt lebten 46 Prozent aller Handy-Nutzer weltweit in China. Außerdem zählte die ITU 665 Millionen Internet-Surfer. Das entspricht einer Zunahme von 24,5 Prozent pro Jahr. Besonders gute Wachstumsaussichten verspricht sich die ITU vom Breitbandzugang zum Internet. Hier seien die Möglichkeiten "phänomenal".</P><P>Informationstechnologien seien ein "Instrument der Integration, des Friedens und des gegenseitigen Verständnisses", sagte König Juan los in seiner Rede zu Beginn der alle vier Jahre stattfindenden internationalen Messe, die von der ITU organisiert wird.</P><P>Juan Carlos plädierte für eine verstärkte Kooperation im Bereich der Telekommunikation. Insbesondere sollen die wirtschaftlich schwächsten Länder besser eingebunden werden. Nur so werde die ganze Welt vom technologischen Fortschritt profitieren. "Freiheit ist an den Austausch von Informationen gebunden", sagte Couchepin. "Auf Dauer kann man kein informiertes Volk unterdrücken." Deshalb sei es wichtig, den "digitalen Graben zu schließen, der sich zwischen entwickelten Gesellschaften und den armen Ländern geöffnet hat", sagte der Bundespräsident. Mehr als die Hälfte der Menschheit sei vom Gebrauch des Telefons ausgeschlossen. Beim Internet sehe es noch schlechter aus.</P><P>Über 900 Aussteller sind auf der Telecom World 2003 vertreten. Sie ist bis auf einen Tag nur für ein Fachpublikum geöffnet. Lediglich am letzten Ausstellungstag, dem 18. Oktober, können sich auch Besucher ansehen, was es neues auf diesem Gebiet gibt. Es fehlen einige renommierte Namen der Branche wie Alcatel, Nokia oder Siemens. Für die ITU ist das aber kein Grund zur Besorgnis. Es zeige eher, dass in der Branche strukturelle Veränderungen vor sich gingen, erklärten ITU-Sprecher.</P>

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