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Der erste CO2-neutrale Lamborghini.

Spiele-Test

Spieletest Forza Horizon 3: Obenauf in Down Under

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Rennspiele sind oftmals ein bisschen wie Tabellenkalkulationen - mehr Arbeit als Spaß und vor allem etwas für Auto-Nerds. Dass es auch ganz anders gehen kann, beweist Microsoft mit "Forza Horizon 3"

Zugegeben: Autos sind toll. Sie bringen einen bequem von A nach B, halten den Regen ab und sollten auch ein Billy-Regal aufnehmen können, ohne dass die Ehefrau auf dem Parkplatz stehen bleiben muss. So pragmatisch ich im realen Leben auch mit dem Thema fahrbarer Untersatz umgehe, so obsessiv werde ich, was das anbetrifft, bei "Forza Horizon 3". Dann muss es der Lamborghini sein. Natürlich. Und in einer kakelbunten Sonderlackierung, mit der ich mich im realen Leben nicht bis ans Ende der Straße trauen würde.

Forza Horizon 3 weckt den Bleifuß in mir. Völlig ohne schlechtes Ökogewissen brettere ich mit meinem 600-PS-Boliden mitten durch eine Palmenplantage. Nahezu CO2 neutral und ohne einen einzigen Verkehrsteilnehmer oder mich selbst zu gefährden. "Forza Horizon 3" ist bei Licht betrachtet natürlich ein Riesenschmarrn. Ich bin Organisator eines Riesenfestivals der Raser in Australien mit Musik, Feuerwerk und allem Pipapo. Und die tiefenentspannten Australier haben überhaupt kein Problem damit, dass Raser aus aller Welt zu tausenden auf ihren zauberhaften Kontinent kommen und öffentliche Straßen, Strände und Naturschutzgebiete zu Rennstrecken umfunktionieren. Genau weil diese Grundannahme derart abwegig ist, ist "Forza Horizon 3" so ein unglaublicher Spaß.

Spielwelt wie aus dem Reiseprospekt

Nach und nach schalte ich, wenn ich genügend Fans gewonnen habe, weitere Gebiete frei und eröffne einen weiteren Festivalstandort. Fans gewinne ich, wenn ich Rennen gewinne - war ja klar. Dann hagelt es auch Credits und Erfahrungspunkte sowie neue Autos. Die Belohnungsspirale dreht sich wie ein Karrussel auf der Wiesn und die Zeit am Controller vergeht wie im Fluge. Man kann sich nicht satt sehen an all der Pracht auf dem Bildschirm. Den zahllosen, unfassbar detailliert nachgebildeten Autos. Der knallbunten, abwechslungsreichen Landschaft mit Regenwäldern, Traumstränden, Weinbaugebieten und Wüstenlandschaften, mit futuristischen Städten und kleinen Dörfern. Realistisch wie ein Reiseprospekt, aber noch viel, viel schöner.

Doch die Optik ist nur das eine. Entscheidend bei Rennspielen ist das Fahrgefühl. Und das ist ebenfalls sensationell. Bis ins kleinste Detail kann ich einstellen, wie schwierig - und damit wie realistisch - ich es gern hätte. Mit Bremshilfe und ESP? Oder will ich das Biest von Mustang komplett selbst zähmen? Alles ist möglich. Selbst die Stärke der Gegner lässt sich genau einstellen. Die Entwickler von Turn 10 setzen dabei erneut auf ihr bewährtes Drivatar-System. Das bedeutet, dass ich eben nicht wie in all den anderen Rennspielen gegen dumme Computergegner fahre, die wie von einem Gummiband gezogen nie weit weg von mir rasen - ganz egal, ob ich fahre wie ein junger Gott oder ein betrunkener Fahrschüler. Statt dessen wird aufgezeichnet, wie jeder einzelne Forza-Spieler fährt, wo er bremst und beschleunigt, wo er Fehler macht und in die Prärie abfliegt. Daraus werden die so genannten Drivatare errechnet, die für das Gefühl sorgen, nicht gegen eine Maschine, sondern echte Menschen ein Rennen zu fahren. Superb. Sollte man dennoch mal einen Fehler machen: Kein Problem, einfach auf Y drücken und zurückspulen. Beim zweiten Mal bekommt man die Kurve. 

Auch bei der Wahl der Rennen bin ich der Boss. Ich kann festlegen, mit welchen Autos wieviele Runden gedreht werden sollen, wie das Wetter ist, kann meine eigene Meisterschaft zusammenbasteln, festlegen, ob Straßenrennen oder Offroad-Sprint - besser geht es nicht.

Ein Knaller ist auch die musikalische Umrahmung: Neun verschiedene Radiosender gibt es im Spiel - von aktuellen Popsongs über Drum N`Bass und Punk bis zum Klassiksender mit Beethovens 5. Sinfonie ist alles dabei. Dazu Moderatoren, die tatsächlich auf die Geschehnisse im Spiel eingehen.

Fazit

Das beste Rennspiel bisher - ohne jeden Zweifel. Wunderschön, perfekt zu steuern, motivierend und mit einem perfekt justierbaren Schwierigkeitsgrad. Wer eine XBox One oder einen PC zu Hause hat, sollte zuschlagen.

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