Teufels Zier ist die Bescheidenheit

- Ganz nach vorne mochte sich Erwin Teufel partout nicht setzen. In die zweite Reihe des Hörsaals zog es den Ex-Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg und Neu-Studenten an der Hochschule für Philosophie. Dass seine Zier die Bescheidenheit ist, drückte Teufel später auch in Worten aus: "Ich möchte Student unter Studenten sein." Ein Dutzend Journalisten war freilich eigens seinetwegen zur Erstsemester-Begrüßung gekommen.

Mit Gott, der Welt und den letzten Fragen wolle er sich beschäftigen, verriet der gläubige Christ: Bisher, in der Politik, seien es doch "eher die vorletzten Fragen" gewesen. Dass er sein geistiges Fundament gerade bei den Jesuiten an der Kaulbachstraße stärken will, begründete Teufel mit "Vertrautheit": Seit seiner Jugend lese er die Ordens-Zeitschrift "Stimmen der Zeit" - deshalb kenne er die Münchner Denker aus ihren Texten.

Ob er sein Studium regulär beenden wird, ließ der 66-jährige Erstsemester offen: "Wozu brauche ich noch ein Examen?" Voller Neugier aber stürzte er sich gestern mit einer Naturphilosphie-Vorlesung ins Studium. Er bestreitet es in Teilzeit: Weil er noch bis Sommer im Landtag sitzt, weilt er nur von Montag bis Donnerstag in München. Und verpasst den wöchentlichen Bar-Abend im Studentenlokal "Antagonie".

Den Termin fürs Hochschulfest im Januar notierte sich der frisch angekommene Werktagsbayer allerdings eifrig. Daheim in Spaichingen hat er noch rasch Rüdiger Safranskis Biografien über Nietzsche und Heidegger gelesen. In der Nähe seines Lernortes machte er bereits Bäckerei, Metzgerei und Kiosk ausfindig - mehr brauche er nicht zum Wohlfühlen. So sehr angepasst hat er sich indes noch nicht, dass man ihn "Pater Teufel" nennen muss. Dieser Versprecher entglitt Hochschul-Kanzler Ignaz Fischer-Kerli.

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