Tierhaare als Klimafaktor

- Winzige Teilchen in der Luft, so genannte Aerosole, beeinflussen das Klimageschehen in der Atmosphäre der Erde mehr als bisher angenommen. Daran beteiligt sind nur Feinstaub-Schadstoffe wie Rußpartikel, sondern auch biologische Teilchen wie Tierhaare, Hautschuppen, Pollen, Viren oder Bakterien. Zu diesem Schluss kommt ein Team um Professor Ruprecht Jaenicke vom Institut für Physik der Atmosphäre der Universität Mainz.

<P>Bisher haftet vor allem mineralischen Partikeln aus den großen Wüstengebieten der Erde, Salzteilchen aus den Meeren und Feinstäube, die in die Atmosphäre eingetragen werden,der Ruf an, den Treibhauseffekt zu verstärken. <BR><BR>"Fast ebenso relevant für meteorologische und atmosphärische Prozesse sind aber die biologischen Teilchen", erklärt Jaenicke. <BR><BR>Seine Arbeitsgruppe hat Ablagerungen aus der Luft auf kleinen Glasplättchen rund um die Erde gesammelt und ihre Menge bestimmt.</P><P>Wir schätzen, dass mindestens 1000 Megatonnen an biologischen Teilchen pro Jahr in die Atmosphäre gelangen", sagt Jaenicke. "Die biologischen Aerosole haben vermutlich vor allem Auswirkungen auf den Wasserhaushalt der Atmosphäre." Pollenkörnchen etwa ziehen Wasser schon bei einer Luftfeuchtigkeit unter 100 Prozent an und könnten so frühzeitig als Keim zur Wolkentropfenbildung wirken. <BR><BR>Andere biologische Materialien, wie Zerfallsprodukte der Vegetation sind exzellente Kristallisationspunkte für atmosphärisches Eis. Das Eis in der Luft löst wiederum in tieferen Schichte Regen aus und entzieht damit der Atmosphäre Wasser. <BR><BR>Dies beeinflusst die weltweite Wolkenbedeckung, den Treibhauseffekt und verändert die Verteilung der Niederschläge. <BR><BR>Nach Einschätzung von Jaenicke macht der biologische Anteil am Gesamtaerosol-Aufkommen in der Atmosphäre der Erde durchschnittlich etwa 25 Prozent aus, in Sibirien kann er im Frühling auch bis auf 80 Prozent steigen. <BR>Außerdem zeigt die Mainzer Studie, dass der Einfluss der biologischen Teilchen kaum von jahreszeitlichen Schwankungen abhängig ist.</P>

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