Tiermediziner entdeckt Prion-Gen bei Fischen

- In seinem Büro hält er sich einen Leguan, doch auf die Spur zum Lachs-Prion führte Prof. Rudolf Hoffmann nicht die Echse im Terrarium sondern der japanische Kugelfisch Fugu rubripes: Dank der nahezu vollständig entschlüsselten DNS-Sequenz dieses Fisches konnte der Leiter des Instituts für Zoologie, Fischereibiologie und Fischkrankheiten an der LMU mit seiner Mitarbeiterin Birgit Oidtmann und Forschern des Berliner Robert-Koch-Instituts jetzt das Prion-Gen im Genom des Lachses ausfindig machen.

<P> "Wir konnten eine überraschend hohe Übereinstimmung zwischen der Sequenz des Prion-Proteins beim Fisch und dem beim Menschen feststellen", schildert Hoffmann das Ergebnis des Projekts, das er im Rahmen des von der Bayerischen Staatsregierung geförderten Prion-Forschungsverbundes durchgeführt hat. Krankhafte Formen der Prion-Proteine gelten als Ursache für transmissible spongiforme Enzephalopathien (TSE) wie zum Beispiel die Rinderseuche BSE oder die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit.<BR><BR> Vor der BSE-Krise wurde Tiermehl auch in Fischzuchten verfüttert. "Es stellte sich die Frage, ob sich über die Nahrungskette auch die Infektionskette fortsetzen kann", so Hoffmann über den Ausgangspunkt des Forschungsprojekts. Mit der Entdeckung des Prion-Gens bei Lachsen ist die Übertragbarkeit von TSE auf Fische jedoch nicht bewiesen. "Krankhafte Formen des Prion-Proteins wurden bei den Lachsen noch nicht festgestellt", so Hoffmann.<BR><BR> Erst recht sei es "sehr unwahrscheinlich, dass die Krankheit von einem Fisch auf den Menschen übertragen wird. Doch ausschließen kann ich es nicht", so der Instituts-Leiter. Um weitere Erkenntnisse zu gewinnen, plant Hoffmann, in naher Zukunft einzelne Fische gezielt zu infizieren.<BR><BR> Neben dieser Forschungsarbeit beschäftigt sich das Institut in der Kaulbachstraße 37 unter anderem mit Krankheiten von Zier- und Nutzfischen und behandelt die Tiere auch. "Gerade haben wir einen Koi-Karpfen im Wert von 5000 Euro bei uns, der durch falsche Fütterung an einer Stoffwechsel-Störung leidet", gibt Hoffmann einen Einblick in die Arbeit der hauseigenen Fischklinik.<BR><BR></P>

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