T-Mobile vor dem Marktstart von iPhone

Bonn/Berlin - Die Telekom-Tochter T-Mobile steht unmittelbar vor dem Start des Apple-Handys iPhone. Auf einer Pressekonferenz in Berlin an diesem Mittwoch wird das Unternehmen voraussichtlich die exklusive Partnerschaft mit dem US-Konzern bekannt geben.

Am Dienstag hatte Apple-Chef Steve Jobs in London der spanischen Telefonica-Tochter O2 den alleinigen Zuschlag für den britischen Markt erteilt. Der deutsche Branchenprimus T-Mobile äußerte sich nicht. Nach Aussagen aus Unternehmens- und Branchenkreisen gilt aber als sicher, dass die Telekom-Tochter den Zuschlag für die Vermarktung des iPhone erhalten hat. Dabei soll T-Mobile nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern Vertriebspartner von Apple sein.

In Großbritannien bringt O2 das Multimediagerät rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft vom 9. November an auf den Markt. Das Handy soll rund 390 Euro kosten. In den USA, wo inzwischen mehr als eine Million iPhones über die Ladentheke gegangen sind, kostet des Mobiltelefon mit Touch-Screen knapp 300 Euro.

Für Deutschland wird ein ähnlicher Preis erwartet wie in Großbritannien. Mit den exklusiven Vertriebsrechten hofft T-Mobile vor allem in Deutschland die stagnierenden Geschäfte wieder anschieben zu können. Auf dem heimischen Mobilfunkmarkt stehen T- Mobile und die drei übrigen Anbieter in einem heftigen Preiswettbewerb, der vor allem durch zahlreiche Billiganbieter ausgelöst wurde. Hinzu kommen der Verdrängungswettbewerb durch die zunehmende Marktsättigung und Vorgaben durch die Regulierung.

T-Mobile musste allerdings eine Kröte schlucken, um in den Genuss der exklusiven Vertriebsrechte für das iPhone zu erhalten: Einem Bericht der "Financial Times Deutschland" zufolge soll ein Zehntel der mit den iPhones erwirtschafteten Umsatzes in die Kassen von Apple fließen. Andere Quellen sprechen gar von 30 Prozent. Die Umsatzbeteiligung wäre ein Novum in der Branche. Für T-Mobile soll sich das Geschäft dennoch lohnen, da die Umsätze der iPhone-Nutzer voraussichtlich deutlich höher sind als die der bisherigen Kunden.

Der weltweit größte Mobilfunkkonzern Vodafone ist beim Ringen um die iPhone-Vermarktung offenbar leer ausgegangen. Der schärfste T- Mobile Konkurrent kündigte erst vor wenigen Tagen an, in Deutschland ein bauähnliches Mobilfunkgerät des südkoreanischen Herstellers Samsung zum Weihnachtsgeschäft auf den Markt zu bringen.

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