Traumjob mit Kick

- Samstagnachmittag in der Allianz-Arena: Mit roter Schirmmütze, dunkler Stoffhose und schwarzer Jacke mit der Aufschrift "Security" steht Markus Meindl am Zugang zur Pressetribüne. Den ernsten Blick vieler Sicherheitsleute sucht man in seinem Gesicht vergebens. Der 23-Jährige strahlt. Kein Wunder: Er hat wohl einen der schönsten Jobs, die sich ein Bayern-Fan erträumen kann.

Jeden zweiten Samstag kann Markus Meindl die Heimspiele "seines" Vereins live verfolgen und bekommt dafür auch noch Geld. Der Lehramtsstudent muss darauf achten, dass auf der Pressetribüne nur akkreditierte Journalisten sitzen. Sehr stressig ist das nicht. Die meisten Reporter zeigen unaufgefordert ihre Zugangsberechtigung, ein kleines Plastikkärtchen, vor, wenn sie durch die Tür aus dem Bauch des Stadions kommen. Nur zu einigen ausländischen Gästen sagt Meindl: "Your ticket please."

Nach dem Anpfiff hat er fast nichts zu tun. Die Medienleute sprechen in Mikrofone oder schreiben auf Blöcke. Den Eingang passiert kaum einer. Meindl steht dann auf einem der besten Plätze: fast auf Höhe der Mittellinie, mit guter Übersicht und nah am Spielfeld.

Seit seiner Kindheit ist der 23-jährige Münchner eingefleischter Anhänger der Bayern. "Mein ganzes Geld habe ich früher in Eintrittskarten gesteckt, bin auch zu Auswärtsspielen gefahren", erzählt er. "Das gab öfter mal Ärger mit dem Papa."

Zum Glück kannte der Papa den Chef des Sicherheitsdienstes. Da war es schnell klar, dass der Markus nach dem 18. Geburtstag ins Team aufgenommen wird. Ansonsten wäre er kaum an den Traumjob gekommen: Die Stellen sind begehrt - auch wegen der guten Bezahlung - und werden nur auf persönliche Empfehlung vergeben. Markus Meindl ist zurzeit der einzige Student im Team.

Seit fünf Jahren bei jedem Heimspiel

Seit fünf Jahren ist er bei jedem Heimspiel dabei - in Freud und Leid: Als Bayern in der zwölften Minute das erste Gegentor durch den Tabellen-Letzten Köln kassiert, entfährt Meindl ein entsetztes "Heieiei". Beim Ausgleich eine Viertelstunde später reißt er die Arme hoch und schreit aus vollem Hals.

Nach der Halbzeitpause ruft noch einmal kurz die Arbeit: Als sich zwei Männer auf frei gebliebene Presseplätze setzen, ist Meindl sofort zur Stelle. Nach der zweiten Aufforderung erheben sie sich widerwillig. "Anfassen würde ich nie jemand", sagt Meindl. Leisten Besucher Widerstand, werde bei Bedarf die Polizei hinzugezogen. Das komme aber selten vor, sagt er.

Am liebsten würde Meindl, für den in Kürze das siebte Semester beginnt, auch nach Ende seines Studiums alle zwei Wochen mit seiner roten Kappe auf der Pressetribüne stehen. "Hoffentlich geht das noch, wenn ich im Referendariat bin", sagt der angehende Deutsch- und Geschichtslehrer.

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