Treffpunkt Internet: Links zum "Mitbahnen"

- Berlin - "Wer gemeinsam reist, spart gemeinsam." Mit diesem Slogan wirbt die Deutsche Bahn seit Monaten schon im ganzen Land für ihr neues Preissystem. Aber erst nach dem Erfolg einiger privater Anbieter hat sich der Konzern dazu entschlossen, Fahrgemeinschaften selbst zu fördern. Gerade noch rechtzeitig zum Start des neuen Systems an diesem Sonntag bietet sie im Internet eine eigene Mitfahrerbörse im Internet an.

<P>Nun können sich Einzelreisende auch auf der offiziellen Bahn-Homepage zu Minigruppen finden.</P><P>Die "Mitbahnzentralen" waren die Idee einiger Schnäppchenjäger, die die Bahn auf diese Weise austricksen wollten. Denn eigentlich richtet sich das Angebot an "Familien mit Kindern, gute Bekannte und entfernte Verwandte", wie es im Werbeprospekt der Bahn heißt. Mit den Kontaktadressen im Internet können sich jedoch auch Zufallsbekanntschaften gemeinsam und billiger auf den Weg machen.</P><P>Innerhalb kürzester Zeit entstanden ein halbes Dutzend neue Internet-Seiten. Die Sache lohnt sich: Im besten Fall kostet das Ticket nur noch ein Viertel des regulären Preises. Beim neuen Mitfahrer-Rabatt muss nur der erste Passagier voll bezahlen. Bis zu vier Leute reisen zum halben Preis mit, auch bei einer einfachen Fahrt. Mit der BahnCard gibt es nochmals 25 Prozent Ermäßigung dazu. Auf diese Weise spart eine Fünfergruppe bis zu 73 Prozent.</P><P>Die neuen Dienste funktionieren genauso wie die Mitfahrzentralen, mit denen sich Studenten seit langem schon einen billigen Platz im Auto besorgen. Nur eben für die Bahn und im Internet: Der Erste gibt Start- und Zielbahnhof ein, dazu die Reisedaten. Wer Interesse hat, meldet sich per Mausklick oder Telefon. "Wir nutzen eine Lücke im Tarifsystem, weil es für Spontan- und Einzelfahrer ansonsten teurer wird", sagt der Braunschweiger Student Thomas Winkler, der www.mitbahnen.de  entwickelt hat.</P><P>Allein unter dieser Adresse werden derzeit Mitfahrer für mehr als 500 Verbindungen gesucht, meist zwischen Großstädten und ausnahmslos in der Zweiten Klasse. Der Verkehrsclub Deutschland, der www.ticket-teilen.de betreibt, verzeichnet sogar mehr als 1200 Interessenten pro Tag. Vor allem die Züge rund um Weihnachten sind stark gefragt. Bei allen Anbietern ist die Vermittlung kostenlos. Finanziert werden die meisten Seiten über Werbung.</P><P>Allerdings hat das System auch seine Tücken. Damit sich die unbekannten Mitfahrer nicht verpassen, halten einige Anbieter Tramper-Schilder zum Ausdrucken bereit. Die Erfahrung der herkömmlichen Mitfahrzentralen lehrt zudem, dass es Streit ums Geld geben wird - vor allem, wenn nicht alle angekündigten Mitfahrer erscheinen. Der Verkehrsclub empfiehlt deshalb, die Karte nur gemeinsam zu kaufen oder sich zumindest vorab die Stornogebühren überweisen zu lassen.</P><P>Für ihre eigene Mitfahrerbörse hat sich die Bahn nun mit der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Mitfahrzentralen zusammen getan. "Von deren Wissen werden unsere Kunden und wir als Bahn gemeinsam profitieren", hofft Bahn-Manager Jürgen Büchy. "Gemeinsam holen wir noch mehr Leute auf die Schiene." Als großen Vorteil sieht die Bahn, dass bei einer Suche auf ihrer eigenen Homepage die Trefferquote höher sein dürfte als bei allen anderen Anbietern. Die Seite wird täglich von mehr als 600 000 Kunden genutzt.</P><P>Wert legt die Bahn jedoch darauf, dass sich die Fahrgemeinschaften spätestens am Schalter finden müssen. Im Zug gibt es keinen Mitfahrer-Rabatt mehr - ansonsten wären wohl nur noch Minigruppen unterwegs.</P><P>Internet-Adressen: http://www.bahn.de, http://www.sparzug.de, http://www.mitbahnen.de, http://www.ticket-teilen.de, http://www.bahnmitfahrzentrale.de, http://www.kartenfuchs.de, http://www.mitfahrer.de, http://www.ticket-mitfahrer.de</P>

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