Trickreiche Softwarepiraten am Werk

- Hamburg - Immer trickreicher agierende Softwarepiraten machen es Computer-Nutzern oft schwer, reguläre von illegaler Ware zu unterscheiden. "Man ist immer wieder überrascht über die Professionalität in diesem Bereich", sagte Georg Herrnleben vom Branchenverband BSA (Business Software Alliance) am Montag der dpa.

<P>Der Verband rät den Verbrauchern deshalb, auf einige Merkmale besonders zu achten. Eine illegal produzierte CD erkennt man längst nicht mehr ohne weiteres auf einen Blick.</P><P>Die meisten Piraterieprodukte seien zwar immer noch selbst gebrannte und mit einem Filzstift beschriftete CDs. "Es gibt aber inzwischen Fälschungen, bei denen selbst Experten Probleme haben, sie zu erkennen", sagte Herrnleben. Bei überraschend billigen Angeboten von Markenprodukten sollte der Verbraucher deshalb besonders vorsichtig sein, rät der BSA. Am besten sollte man sich beim Kauf von Software an den etablierten Fachhandel wenden.</P><P>Bei neu gekaufter Software sollte der Kunde sicherstellen, dass er auch die dazu gehörige Lizenzvereinbarung erhält. Vorsicht ist nach Meinung des BSA geboten, wenn es sich um eine Zusammenstellung verschiedener Software unterschiedlicher Hersteller handelt. Solche so genannten Compilation-CDs seien in der Regel unüblich, heißt es. Der Käufer kann sich direkt beim Hersteller über offizielle Angebote informieren.</P><P>Der Verkauf illegaler Software erfolgt nach Erkenntnissen des BSA vermehrt auch in speziellen Online-Auktionen und Katalogen. Generell empfiehlt der Verband beim Online-Kauf entgegen vieler Warnungen mit Kreditkarte zu zahlen. Sollte der Kunde illegale Software erhalten und diese nicht zurückbringen können, könne er anhand der Kreditkartenabwicklung die Transaktion oft zurückverfolgen und rückgängig machen.</P><P>Das illegale Kopieren von Software ist längst kein Kavaliersdelikt mehr, sondern wird vielfach von kriminellen Händler- Ringen in großem Maßstab organisiert. Da die Daten digital vorliegen, ist es im Prinzip relativ einfach, Kopien von Software-Paketen zu erstellen.</P><P>Die Hersteller verwenden deshalb verschiedene Kopierschutzmaßnahmen oder Aktivierungs-Schlüssel, die der Nutzer für die Installation angeben muss. Vielfach lässt sich der Kopierschutz jedoch mit Hilfe von spezieller Software umgehen. Über das Internet werden sogar Seriennummern und Aktivierungscodes zum Installieren illegaler Software angeboten.</P><P>Als rechtswidrig gilt bereits, wenn ein Anwender ein nur für den Eigenbedarf gekauftes Software-Paket wie etwa Microsofts "Office" auf mehr als einem Rechner installiert, ohne dafür entsprechende Lizenzen erworben zu haben. Das illegale Kopieren von Software fügt nach Schätzungen von Branchenverbänden allein in Deutschland der Software- Branche Verluste in Milliardenhöhe zu. Mehr als ein Drittel der in Westeuropa verwendeten Software-Pakete soll nach Angaben des Branchenverbandes Business Software Alliance (BSA) illegal sein.</P><P>Die Software-Piraterie ist ein internationales Problem. Bei der Nutzung raubkopierter Software erreicht Vietnam nach einer im Sommer veröffentlichten BSA-Studie mit 94 Prozent den weltweit höchsten prozentualen Anteil. Mit einem Umsatzausfall für die Software-Branche von rund 2,4 Milliarden US-Dollar belegt nach dem Schaden gemessen China den ersten Platz.</P>

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