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Heimkino wird nicht nur durch Ton- und Bildtuning besser. Auch der Bedienkomfort lässt sich per Tablet oder Smartphone steigern. Foto: Eric Audras/photononstop

Tuning im Heimkino: Wie aus gut besser wird

Die Boxen könnten ausgewogener klingen, dem Bild fehlt Kontrast: Meistens sind es nur Nuancen, die ein gutes von einem sehr guten Heimkino unterscheiden. An den relevanten Stellschrauben zu drehen ist glücklicherweise gar nicht schwer.

München (dpa) - Ein perfektes Heimkino gleicht einem Puzzle. Erst wenn alle Teile zusammenpassen, kommt richtig Freude auf. Der Weg dorthin ist nicht ganz einfach - es sei denn, man weiß, was zu tun ist: Oft reicht es schon, Aufstellort, Raumakustik oder Beleuchtung zu ändern, um bei Bild und Ton noch mehr herauszukitzeln.

Um den Klang zu optimieren, sollte man das Wohnzimmer oder den Hobbykeller genau unter die Lupe nehmen. "Je mehr harte, reflektierende Flächen wie Stein, Beton, Parkett oder Glas in einem Raum offen zu sehen sind, desto stärker wird der Raum auch hallen", erklärt Malte Ruhnke, von der Fachzeitschrift "Stereoplay". Durch einfaches Klatschen könne man die Nachhallzeit selbst ermitteln. Tipp: Polstermöbel, Teppiche, Vorhänge, abgehängte Stoffbahnen sowie offene, gefüllte Bücherregale helfen dabei, den Schall zumindest in bestimmten Frequenzbereichen zu absorbieren.

Dennoch rät Ruhnke zu Vorsicht: Viele Materialien wie Holz und dünne Stoffe dämpften nur die Höhen deutlich, ließen Mitten und Bässe jedoch beinahe unbeeinflusst. "Dann erscheint zwar der Nachhall dunkler und wärmer, bei Musikwiedergabe kann es jedoch unangenehm topfig und plärrend klingen." In einem solchen Fall befördern dicke Schaumstoff-Absorber einen ausgewogeneren Klang. Die lassen sich auch hinter Deckenverkleidungen oder Bildern verstecken.

Störende Echos können zwischen parallelen Wänden mit reflektierenden Eigenschaften hin- und herwandern. "Ist eine Wand unverkleidet, sollte jene auf der anderen Seite großflächig absorbierend gestaltet werden, etwa durch ein Bücherregal oder poröse Absorber", so Ruhnke. "Ist die Decke "schallhart", hilft ein großer Hochflorteppich." Entscheidend sei auch, wie die Boxen aufgestellt werden. Sowohl bei Zweikanal-Stereo als auch bei Mehrkanal-Ton sollten die Front-Lautsprecher mit dem Hörer ein annähernd gleichseitiges Dreieck bilden: "Der Abstand vom Hörplatz zum linken Lautsprecher sollte identisch sein mit dem zum rechten, der Abstand zwischen den beiden Boxen kann leicht davon abweichen", erklärt Ruhnke.

Basstaugliche Kompaktboxen gehören dem Experten zufolge auf Ständer und nicht ins Regal. Um Musik klarer und räumlicher zu genießen, sollte der Hörer mindestens 50 Zentimeter von der Rückwand entfernt sitzen, sagt Ruhnke. "Ist das nicht möglich, sollte ein Diffusor oder Absorber hinter dem Hörer installiert werden, oder wenigstens ein Bücherregal oder Pflanzen mit großflächigen, dicken Blättern."

Genauso wie die Ton- kann auch die Bildqualität durch Raumtuning verbessert werden. "Wichtig ist, dass der Raum nicht wesentlich heller als der Fernseher ist und dass die Beleuchtung nicht zu Reflexionen führt", erklärt Florian Friedrich vom Heimkinomagazin "Audiovision". "Das wäre schlecht für den Kontrast und die Helligkeit." Ratsam sei außerdem ein Blick in die TV- Einstellungen.

Was im Geschäft noch gefallen hat, bereitet daheim meist Kopfzerbrechen. "Im Laden sind die Geräte auf möglichst helle, scharfe, kontrastreiche und bunte Bilder getrimmt", sagt Friedrich. "Wie in der Werbung generiert das Aufmerksamkeit und kurbelt den Verkauf an." Besser sei eine neutrale Bildeinstellung. Dafür seien Modi wie "Kino", "Film" oder "THX" die beste Ausgangsbasis.

Neuere AV-Receiver lassen sich meist mit Smartphone oder Tablet steuern. Das sei oft deutlich bequemer als mit der klassischen Fernbedienung, urteilt die Stiftung Warentest. Denn per Touchscreen lassen sich Titel aus einer Musiksammlung oder auch ein bestimmter Internetradiosender einfach schneller heraussuchen.

Ein kostspieliges Zubehör in jedem anspruchsvollen Heimkino stellt die Lampe des Beamers dar. Sie verlieren nach einiger Zeit spürbar an Leuchtkraft. Um diesen Prozess zu verlangsamen, sollte man den Raum gut abdunkeln, um mit einer geringeren Lampenleistung arbeiten zu können, raten die Warentester. Am besten wählt man dazu den Sparbetrieb (Ökomodus). "Wechseln Sie nicht zu häufig zwischen Bildmodi wie Kino, Sport oder Foto, das Umschalten belastet die Lampe", heißt es bei der Stiftung weiter. Nach einigen Stunden Dauerbetrieb freut sich der Beamer über eine Verschnaufpause. Vom Stromkreis sollte man das Gerät allerdings nicht sofort nehmen, da sich dieses oft nicht gleich abschaltet, sondern in einen Abkühlmodus schaltet, der die Lampe schont. Ein übermäßiges Erhitzen der Lampe wird durch regelmäßiges Wechseln oder Reinigen des Luftfilters verhindert.

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