Tutanchamun und drei neu entdeckte Mumien im modernen Hightech-Blick

- Drei 2500 Jahre alte Sarkophage mit sehr gut erhaltenen Mumien sind in Ägypten entdeckt worden. "Der Fund war ein Zufall", erklärte der Chefarchäologe der ägyptischen Regierung, Sahi Hawass. Australische Forscher, die in Sakkara südlich von Kairo eine Grabanlage aus der Zeit des Pharaos Pepi II. (Ende der 6. Dynastie bis 2184 vor Christus) erforschen, entdeckten eine Geheimtür, als sie eine Doppelstatue wegräumten. Dahinter fanden sie drei schöne Sarkophage in der Form menschlicher Körper, die Mumien enthielten. Eine gehöre zu den am besten erhaltenen Mumien, die bisher gefunden wurden, so Hawass.

<P>Die mit seltenen Türkis-Perlen bestückte Leinenumhüllung der Mumie zeigt ein stilisiertes Gesicht. Die Mumien, vermutlich von mittelständischen Beamten, stammen nach den Sarkophag-Inschriften aus der 26. Dynastie (um 500 vor Christus). Auch eine Statue des Friedhofsgottes Petah Sakar aus dieser Zeit fand sich in dem Grab. <BR>Die Arbeiten des australischen Teams konzentrieren sich seit zehn Jahren auf eine 4200 Jahre alte Anlage, in der eine Doppelstatue stand, die Meri, den Lehrer von Pharao Pepi II., und Meris Frau darstellt.<BR><BR>Die drei Mumien werden nun im Computertomographen (CT) genauer untersucht. Solche CT-Scans hat die Mumie des berühmten Pharaos Tutanchamun gerade hinter sich. Dessen Leichnam war aus seinem Grab im Tal der Könige (bei Luxor) herausgeholt worden, um in einem von Siemens gestifteten Spiral-CT, der besonders schnelle Bilder aus dem Körperinnern liefert, auf die Art seines frühen Todes (mit 19 Jahren) untersucht zu werden. Binnen 15 Minuten wurden 1700 CT-Aufnahmen von Tutenchamun gemacht. Wichtigstes Ergebnis: Er wurde nicht erschlagen, wie bisher vermutet. Der Schädel zeigt keine Verletzungen. Entdeckt wurde aber ein komplizierter Oberschenkelbruch, der eine tödliche Infektion ausgelöst haben könnte. Das Forscherteam aus Ägypten, Italien und der Schweiz schließt aber auch nicht ganz aus, dass das Bein während der Einbalsamierung der Leiche brach.<BR><BR>Tutanchamun war 170 cm groß und schlank, gut ernährt und gesund. Er hatte keine schweren Kinderkrankheiten. Sein Knochenbau wird als normal beurteilt. Erkennbare Skelettverformungen werden nur noch auf den Mumifizierungsprozess zurückgeführt.<BR><BR>Tutanchamun bestieg als etwa Achtjähriger den Thron. Er starb elf Jahre später (um 1323 v. Chr.). Sein völlig intaktes, mit Schätzen voll gepacktes Grab (das einzige der Pharaonengräber) fand 1922 der britische Archäolog Howard Carter. 50 der schönsten Funde aus dem Grab des Pharaos, darunter die goldene Totenmaske, sind noch bis 1. Mai in der Bundeskunsthalle Bonn zu sehen. Vorher waren sie in Basel ausgestellt, denn das Ägyptische Museum in Kairo wird umgebaut. </P>

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