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TV-Störungen durch neue Mobilfunkfrequenzen?

Berlin - Die Bundesnetzagentur beginnt am Montag mit der Versteigerung von Funkfrequenzen. Doch Kritiker befürchten durch die neue Nutzung massive Störungen des Fernsehempfangs.

Die Bundesnetzagentur habe es versäumt, solche Störungen etwa durch eine vernünftige Frequenz-Koordination schon im Vorfeld auszuschließen, sagte Michael Bobrowski vom Bundesverband der Verbraucherzentralen in Berlin. Auch wer die Kosten für die Beseitigung möglicher Störungen übernehme, sei nicht geklärt.

Neben dem terrestrischen Fernsehen über Antenne könne auch der Empfang des TV-Signals über Kabel gestört werden, sagte Bobrowski. “Die Bundesnetzagentur erwartet, dass es keine Probleme geben wird. Wir teilen diesen Optimismus nicht.“ Die möglichen Auswirkungen und Nebeneffekte seien bislang nur im Labor getestet worden. “Dass es Störungen geben wird, ist unstrittig“, sagte Jochen Mezger vom Institut für Rundfunktechnik (IRT) dem “Tagesspiegel“ (Montag).

Nur das Ausmaß sei noch unklar. Versteigert werden Sendefrequenzen, die unter anderem durch den Wechsel vom analogen zum digitalen Rundfunk frei geworden sind. Vor allem die Frequenzen im Spektrum um 800 Megahertz sind besonders begehrt, da sie störungsfrei auch durch Gebäude dringen und vergleichsweise wenige Sendemasten benötigen.

Mit ihrer doppelten Reichweite könnten über diese Frequenzen auch endlich ländliche Regionen an das schnelle Internet angeschlossen werden, sagte Kuzey Esener von Vodafone. Bislang war die Versorgung in abgelegenen Regionen meist wegen zu hoher Kosten ausgeblieben. Experten rechnen mit Versteigerungserlösen im einstelligen Milliarden-Bereich. Vor zehn Jahren hatte die spektakuläre UMTS- Auktion mehr als 50 Milliarden Euro Erlöse in die Staatskasse gespült.

dpa

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