Twitter gerät ins Visier von Wettbewerbshüter

New York - Die US-Wettbewerbshüter überprüfen ob Twitter seine Macht missbraucht oder nicht. Aufgrund von mehreren Beschwerden wurde die Behörde auf den Kurznachrichtendienst aufmerksam.

Missbraucht Twitter seine Marktmacht? Mehrere US-Medien berichten, dass die Wettbewerbshüter der US-Handelsbehörde FTC den populären Kurznachrichtendienst aufs Korn genommen haben. Der Vorwurf lautet demnach, dass Twitter seine Konkurrenten unterdrückt, um mehr Werbeeinnahmen zu erhalten. Es seien mehrere Beschwerden bei der FTC eingegangen, dass Twitter es anderen Entwicklern erschwere, passende Software für den Kurznachrichtendienst zu entwerfen, berichtete die Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag unter Berufung auf eine eingeweihte Person.

Twitter pflegte zuletzt tatsächlich ein eher gespanntes Verhältnis zu den Software-Entwicklern, die Apps für den Dienst programmieren. Die Internetfirma versucht, möglichst viele Nutzer direkt zu erreichen - etwa über die Twitter-Website oder die hauseigenen Smartphone-Apps.

Twitter war vor allem mit Internet-Unternehmer Bill Gross und dessen Holding UberMedia aneinander geraten. Gross hat eine Art Gegenpol aus zusammengekauften Twitter-Clients aufgebaut. Der Streit dreht sich letztlich um die Frage, wer die Werbeeinnahmen im Umfeld von Twitter-Mitteilungen kassiert. UberMedia bestätigte, von den Wettbewerbshütern kontaktiert worden zu sein und mit ihnen zusammenzuarbeiten.

Um seinen Stand zu stärken, hatte Twitter vor nicht allzu langer Zeit eines der führenden Programme für die Nutzung seines Dienstes aufgekauft: Tweetdeck. Twitter soll dafür 40 bis 50 Millionen Dollar gezahlt haben - das Geld muss erst mal wieder hereinkommen. UberMedia habe ebenfalls versucht, Tweetdeck zu kaufen, berichtete das “Wall Street Journal“ am Freitag unter Berufung auf eingeweihte Personen.

Die US-Wettbewerbshüter scheinen es derzeit auf die großen Internetfirmen abgesehen zu haben. Auch Suchmaschinen-Gigant Google muss sich unbequeme Fragen der FTC gefallen lassen. Für Twitter wären Auflagen problematisch: Dem Kurznachrichtendienst werden immer wieder Börsenpläne nachgesagt - Investoren wollen jedoch sicher sein, dass Twitter auch Geld verdienen kann.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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