So steigen Sie am besten ein

Twitter: Zehn Tipps zum Zwitschern 

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München - Zum zehnten Geburtstag des Kurznachrichtendienstes Twitter geben wir Ihnen an dieser Stelle Tipps, wie Sie als Neueinsteiger am besten zurechtkommen.

Nächste Woche wird Twitter zehn Jahre alt. Am 21. März 2006 verschickte Jack Dorsey, Gründer des Kurznachrichtendienstes, den ersten Tweet: „Just setting up my twttr.“ („Ich richte gerade mein Twitter ein“). Nun, kurz vor dem Geburtstag, befindet sich der Jubilar nicht gerade bei bester Gesundheit. In den Nachrichten ist Twitter (Deutsch: „Zwitschern“) zwar allgegenwärtig – kein Tag, an dem nicht gemeldet wird, was Politiker oder Promis getwittert haben. Doch beim ganz normalen Internetsurfer ist Twitter vor allem in Deutschland nie so recht angekommen. Und zuletzt gingen die weltweiten Nutzerzahlen sogar zurück, auf 305 Millionen – im Internetgeschäft eine Todsünde. 

Nur 18 Prozent der Deutschen wissen laut einer Infratest-Umfrage genau, was Twitter ist. Eigentlich ein Jammer, denn als Nachrichtenquelle und zum unterhaltsamen Plaudern mit anderen Nutzern ist Twitter unschlagbar, und viel unkomplizierter als Facebook. Twitter lohnt sich und macht Spaß. Und wenn Sie keine Lust haben, selbst zu schreiben – dann lesen Sie einfach nur mit, und erleben die Welt in 140 Zeichen.

Der Einstieg: Ist einfacher, als viele denken. Eines der Hauptargumente gegen Twitter war stets: Man meldet sich an, und weiß nicht, wem man folgen und wessen Nachrichten man lesen soll. Hier hat sich viel getan. Wenn Sie sich unter twitter.com anmelden, bekommen Sie sofort interessante andere Twitterer vorgeschlagen, die zu Ihren Interessen passen könnten, von Thomas Müller (@esmuellert_) bis zum Twitter-Konto der tz (@tzmuenchen). So füllt sich Ihre Timeline schnell – also die Nachrichten der Twitterer, denen Sie folgen, das Pendant zur Facebook-Chronik. Eine erstklassige Anleitung zum Einstieg finden Sie hier: bit.ly/1TFrVD6.

Erst mal nur mitlesen: Noch ein Argument gegen Twitter lautet „Ich wüsste gar nicht, was ich da schreiben soll“. Deshalb genügt es völlig, wenn Sie erst einmal nur mitlesen. So finden Sie heraus, was geschrieben wird, wie Twitter abläuft. Es gibt einige Funktionen, die Ihnen das erleichtern, zum Beispiel das neue „Während Du weg warst...“. Wenn Sie ein, zwei Tage nicht auf Twitter waren, bekommen Sie damit die interessantesten Nachrichten (Tweets) angezeigt, und müssen sich nicht endlos durch Ihre Timeline arbeiten. Und vielleicht bekommen Sie mit der Zeit Lust, auch selbst zu schreiben – über Ihre Hobbies, über Politik, oder über die neueste Panne der Münchner S-Bahn.

Die richtigen Apps verwenden: Zu Beginn nutzen Sie Twitter am besten mit der offiziellen App (iOS, Android / gratis) oder im Browser unter twitter.com. Wenn Sie Spaß haben, lohnt sich eine App wie Tweetbot 4 (iOS / 9,99 Euro) oder eine Website wie Tweetdeck (tweetdeck.twitter.com), die deutlich mehr Komfort und Funktionen bieten.

Werden Sie aktiv: Was bei Facebook ein „Like“ ist, heißt bei Twitter „Favorit“ oder „Retweet“. Für eine Nachricht, die Ihnen gefällt, vergeben Sie als Favorit ein „Herzchen“. Das belohnt den Schreiber, und die erfolgreichsten Tweets sind prominenter zu lesen. Mit einem „Retweet“ zitieren Sie eine Nachricht, die damit jeder Ihrer Leser zu Gesicht bekommt. So sorgen Sie dafür, dass sich interessante Tweets weiterverbreiten. 

Zur richtigen Zeit twittern: Twitter ist ein schnelles Medium, das besonders gern in Pausen oder unterwegs genutzt wird. Die meisten Leser erreichen Ihre Tweets deshalb zwischen 12 und 13 Uhr und von 17 bis 18 Uhr. Als erfolgreichster Twitter-Tag hat sich laut Statistiken der Mittwoch herausgestellt.

Fassen Sie sich kurz: 140 Zeichen beträgt das Limit pro Twitter-Nachricht – zumindest bisher, denn das Unternehmen denkt daran, diese Grenze aufzuheben. Doch Sie müssen die 140 Zeichen nicht ausnutzen. Je kürzer und prägnanter, desto besser. Dann bleibt auch noch Platz für Ergänzungen, wenn andere Nutzer Ihre Nachricht weiterempfehlen wollen.

Hashtags sparsam einsetzen: Mit der bekannten Raute heben Sie Schlüsselbegriffe in Ihren Nachrichten hervor, die damit leichter zu finden sind. Zum Beispiel: „Beim #Tatort aus der Schweiz eingeschlafen.“ Aber übertreiben Sie es nicht: Nachrichten mit sechs, sieben Hashtags sind kaum mehr zu lesen.

Kein Facebook-Mischmasch: Mit Werkzeugen wie buffer.com können Sie Ihre Facebook-Posts gleichzeitig auch auf Twitter veröffentlichen. Aber Achtung: Wenn der Text zu lang ist und beim 141. Zeichen einfach abgeschnitten wird, wirkt das lieblos, und Sie verärgern Ihre Twitter-Leser. Nehmen Sie sich lieber die Zeit, eigene Twitter-Nachrichten zu schreiben.

Nicht zu vielen folgen: Überlegen Sie sich genau, wem Sie bei Twitter folgen wollen. Denn wenn Ihre Timeline zu voll wird, kommen Sie mit dem Lesen der Nachrichten nicht mehr hinterher. Andersherum gilt: Auch wenn die Zahl der eigenen Follower bei Twitter eine Prestigesache ist, erliegen Sie nicht der Versuchung, und kaufen auf einer obskuren Seite ein paar Tausend neue Follower für ein paar Euro ein. Das geht tatsächlich, fliegt aber schnell auf, wenn Sie nur Leser aus Russland oder Asien haben.

Lernen Sie dazu: Auf der Seite analytics.twitter.com finden Sie heraus, welche Ihrer Nachrichten am besten ankommen und am meisten geteilt werden. Das zeigt Ihnen, für welche Themen sich Ihre Leser interessieren.

Diese Tweets haben Geschichte geschrieben

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Rubriklistenbild: © dpa

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