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Travis Kalanick will die Welt mit Uber ein kleines bisschen besser machen - sagt er.

Rede in München

So will Uber-Chef Kalanick Europa erobern

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München – Uber gilt als umstrittene Alternative zum Taxi. In München erzählte Gründer und Chef Travis Kalanick jetzt, wie er dieses Jahr Europa erobern will.

Man hatte sich Travis Kalanick irgendwie ungehobelter vorgestellt. Doch auf der Bühne steht ein eloquenter, höflicher Mann mit grauen Schläfen, der – so sagt er zumindest – die Welt ein bisschen besser machen will: weniger Luftverschmutzung, weniger Flächen für Parkplätze, mehr Arbeitsplätze, billigere öffentliche Verkehrsmittel. Dagegen kann doch eigentlich niemand etwas haben, oder?

Zumindest unter Taxifahrern hat Kalanick wenige Freunde. Denn Kalanicks Unternehmen „Uber“ bedroht das Geschäftsmodell der Taxis auf der ganze Welt. Die Idee ist so einfach wie beliebt: Wer in einer Stadt von A nach B will, kann mit einer Handy-App nach einem Fahrer suchen, der ihn gegen Bezahlung hinbringt – eine Taxi-Lizenz haben die Uber-Fahrer nicht.

„Uber war nicht als großes Geschäft gedacht, sondern um uns bequem durch die Stadt bringen“, sagt Kalanick bei seinem Auftritt in München bei der Digitalkonferenz DLD des Burda-Verlages.

Was mit ein paar Freunden begann, nutzte bald ganz San Francisco, Kalanicks Heimatstadt. 1,6 Millionen Fahrgäste hatte der Dienst nach eigenen Angaben in der kalifornischen Stadt inzwischen, in New York sind es 1,9 Millionen, in London 900.000 und in Paris 500.000.

Und weil bei jeder Fahrt ein Teil des Betrages an Uber fließt, ist das Unternehmen inzwischen Milliarden wert. Nur zu den deutschen Zahlen schweigt Kalanick. Aber er gibt zu, dass man in München Probleme habe, schnell genug Fahrer zu finden, die die angeblich große Nachfrage befriedigen könnten.

Taxi-Branche leistet erbitterten Widerstand

Das könnte auch daran liegen, dass die Taxi-Branche erbitterten Widerstand leisten. Diverse juristische Verfahren laufen bereits, denn eigentlich braucht man in Deutschland eine Erlaubnis, um als Fahrer zu arbeiten.

Regeln aus einer „früheren Welt“ sind das, findet Kalanick. Er gilt selbst in der Welt der selbstbewussten, oft egoistischen Silicon-Valley-Gründer als einer der Kompromisslosesten. In München tritt er anders auf, stellt die Vorzüge in den Vordergrund: Die meisten der eine Milliarde Autos stünden derzeit ungenutzt herum, diesen Vorteil müsse man doch sehen. Für ihn sei klar: „Mit neuer Technologie machen die alten Regeln keinen Sinn mehr.“

Früher sei ein anonymer Gast zu einem anonymen Fahrer ins Taxi gestiegen. Bei Uber wisse jeder, bei wem er einsteigt und die Fahrt lasse sich sogar in Echtzeit verfolgen. „Erst gab es Regeln um den Kunden zu schützen, jetzt schützt man ganze Branchen“, sagt Kalanick.

„Viele Städte haben das Fahren für den eigenen Lebensunterhalt zum geschützten Monopol gemacht.“ Das will er ändern. „Das heißt nicht, dass wir gar keine Regeln brauchen.“

Mit vielen Regierungen sei er im Gespräch, manche hätten schon neue Regeln erlassen. In den nächsten Monaten will er nun Europa in Angriff nehmen. „2015 soll das Jahr werden, in dem wir Partnerschaften mit europäischen Städten schließen“, sagt Kalanick.

Schon am Jahresende könne es durch Uber 50.000 neue Jobs geben in Europa – natürlich nur, wenn die neuen Regeln so aussehen, wie er sich das vorstellt. Wie viele alte Jobs dafür wegfallen, will Kalanick nicht beantworten. Er ist sich aber sicher: Insgesamt werde der Kuchen größer, der zu verteilen sei. Das wird die Taxifahrer kaum trösten.

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