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Nach dem Diebstahl ihres Dienstwagens an ihrem spanischen Urlaubsort Alicante gerät Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) zunehmend unter Druck.

Ulla Schmidt: Dienstwagen-Posse oder Staatsaffäre?

Berlin. Es ist Ferienzeit - und auch Politiker dürfen mal Pause machen. Das gilt natürlich auch für Ulla Schmidt, die deutsche Ministerin für Gesundheit. Dumm nur, wenn der Dienstwagen im Urlaub geklaut wird. Wir haben uns im Internet umgesehen: Ist der Vorfall wirklich nur eine Affäre oder doch nur eine Posse?

Welt Online ist gespalten. Hier wird den Leser die Frage gestellt: "Glauben Sie, dass die Dienstwagenaffäre für Ulla Schmidt politische Konsequenzen haben wird?" An dem Online-Voting beteiligten sich bis 10 Uhr über 13200 Leser. 63 Prozent von ihnen meinen, dass die Ministerin zurücktreten muss.

Das sieht Redakteur Thomas Schmid anders. Er fordert in einem Kommentar, dass man doch bitte die Kirche im Dorf lassen sollte: "Selbst unter größter Kraftanstrengung wird aus der Dienstwagen-Posse der Ulla Schmidt keine Staatsaffäre."

Auf Spiegel Online gibt es kein E-Vote, sondern ein Forum zur Dienstwagenaffäre. mit bisher sage und schreibe 1296 Kommentaren der Leser. Der Spiegel bringt einen ganz anderen Aspekt ins Spiel und konstatiert: Störfeuer aus Spanien - Schmidt verdirbt Steinmeiers Wahlkampf-Start: „Ihre Dienstwagenaffäre droht Steinmeier und der SPD den Wahlkampfauftakt gründlich zu vermasseln.“ Könnte passieren.

Allerdings gingen die meisten Dienstwagenaffären bisher glimpflich aus, der MDR listet einige von ihnen auf, darunter die Vorwürfe gegen Wolfgang Clement und Rita Süßmuth. Die Tagesschau berichtet, dass mindestens vier weitere Bundesminister ihre Dienstwagen im Urlaub verwendet haben.

Telepolis fragt nach, ob in Els Poblets keine Taxen fahren - immerhin sei der Empfang, zu dem die Ministerin von Amts wegen kommen musste, nur 8,3 Kilometer von ihrem Ferienort entfernt. 

Andere Sorgen hat Autor medispolis im Blog "Medien-Sport-Politik". Er fragt in einem Brief an Ulla Schmidt nach, wie denn jetzt deren Dienstwagenfahrer zurück nach Deutschland komme?

Während darüber vielleicht so manch einer grübelt, musste in der Wikipedia der Eintrag zu Ulla Schmidt mit einer Vollsperrung versehen werden. "Mensch, Leute", grummelt der Admin erbost - allein 17 Mal wurde der Artikel am Montag bearbeitet. 

Am Rande: Wussten Sie eigentlich, welcher Politiker welchen Dienstwagen einsetzt? "'Schaufahren' gegen Klimaschutz geht weiter" hieß es bereits im April in einer Pressemitteilung der Deutschen Umwelthilfe. Die nahm die Flotte der Umweltminister der Länder unter die Lupe und veröffentlichte eine Tabelle mit Angaben der CO2-Emissionen, Motorstärken und Höchstgeschwindigkeiten der Wagen.  

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