"Uni-Karriere mit Kind muss möglich sein"

- Benachteiligt hat sich Claudia Philipps nie gefühlt, als Frau in einer Männerdomäne. Trotzdem sagt die Informatikerin: "Man muss etwas tun, damit der Frauenanteil in technischen Disziplinen steigt." Philipps ist neue Frauenbeauftragte der Technischen Universität München (TUM). Am Mittwoch tritt sie ihre zweijährige Amtszeit an.

Zwischen zwölf und 16 Prozent liege an der TUM der Anteil der Studentinnen in Fächern wie Informatik oder Ingenieurwissenschaften. Zu wenig, wie Philipps findet. Sie will deshalb spezielle Programme ausbauen, die schon junge Mädchen an technische Fächer heranführen.

Konzepte für eine familienfreundliche Uni

Claudia Philipps hat noch ein weiteres Anliegen: "Je höher man in Industrie oder Universität in der Hierarchie schaut, desto geringer wird die Zahl der Frauen." Das gelte auch für Studiengänge wie Medizin oder Chemie, wo die Studentinnen teilweise sogar in der Überzahl seien.

Schwierigkeiten, Karriere und Familie in Einklang zu bringen, sieht die neue Frauenbeauftragte als eine der Hauptursachen für den später sinkenden Frauenanteil. "Das habe ich auch bei vielen gesehen, die mit mir studiert haben", sagt sie.

Claudia Philipps, die 2003 ihre Promotion an der TUM abgeschlossen hat, hat keine Kinder. Dennoch ist sie sich sicher, dass sie selbst kaum Hemmungen hätte, sich auf die Doppelbelastung Wissenschaft und Mutterschaft einzulassen.

Vielleicht, sagt Claudia Philipps, seien es gar nicht immer nur die tatsächlich vorhandenen Hindernisse, die Frauen von einer beruflichen Karriere abhalten. "Oft muss man die Leute nur ermutigen." Warum solle denn eine Informatikerin, die gerade Mutter geworden ist, nicht zumindest in Teilzeit von zu Hause aus am Computer arbeiten?, fragt Claudia Philipps. Als Frauenbeauftragte will sie ein entsprechendes Bewusstsein an der Technischen Universität etablieren.

In den kommenden Wochen will sich Claudia Philipps erst einmal einlesen in ihr neues Aufgabengebiet. Anfang Mai soll dann ein erstes Treffen mit den Frauenbeauftragten der Fakultäten stattfinden.

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