Unis fühlen sich gelinkt

- Eine aus Sicht der Hochschulen "lücken- und fehlerhafte" Haushaltsberechnung im bayerischen Finanzministerium hat bei den Universitäten den Verdacht heraufbeschworen, dass ihnen durch die Hintertür noch mehr Geld entzogen werden soll. Gerade erst waren die Wogen der Empörung wegen der Einsparungen durch Ministerpräsident Edmund Stoiber geglättet worden, im Gegenzug hatten die Professoren versprochen, länger zu arbeiten - nun sorgt der Finanzminister für neue Aufregung.

<P>In einem Brief an die CSU-Fraktion hatte Kurt Faltlhauser vorgerechnet, dass die Universitäten nur beim Bauen sparen müssten, sonst seien sie vom Sparkurs "weitgehend ausgenommen" und es stünden ihnen "für den laufenden Betrieb sogar 26 Millionen Euro mehr als 2003 zur Verfügung". <BR><BR>Der Brief war wohl eigentlich als interner Appell an die Parteifreunde gedacht und vielleicht deshalb nicht den Universitätschefs vorgelegt worden. Die kamen jedenfalls erst durch Umwege in den Besitz der Zahlen aus dem Finanzministerium. Was Uneingeweihten nicht gleich auffällt, wurde den Uni-Kanzlern schon bei oberflächlicher Prüfung der Zahlen klar: In der Ministerberechnung wurden Äpfel zu Birnen geworfen. So sind die von den Hochschulen eingeworbenen Drittmittel ebenso dem bayerischen Haushalt zugerechnet worden wie Bafög-Steigerungen (die ja Studentengelder sind). <BR><BR>Faltlhauser habe auch nicht berechnet, dass die Hochschulen effektiv im Haushalt 2004 bereits fünf Prozent als "Notopfer" eingespart haben, rechnen die Kanzler vor. <BR><BR>Bei den Studentenzahlen sei dem Finanzminister verborgen geblieben, dass der Schülerberg bereits in die Hochschulen schwappt: 240 000 Studierende sind jetzt eingeschrieben, 2008 rechnet man (außerhalb des Finanzministeriums) bereits mit 280 000.<BR><BR>Faltlhauser ist nun eingeladen, sich im Domizil des Vereins "Universität Bayern" von den Rektoren und Präsidenten die Lage in den Hochschulen wirklichkeitsnah erklären zu lassen. Auch die Probleme mit dringenden Sanierungen ohne Geld.<BR><BR>Sollte das Gespräch nicht zustande kommen, halten sich die Hochschulchefs direkt an Stoiber: "Der Ministerpräsident ist der Chef. Er hatte uns Planungssicherheit bis 2008 zugesichert", kommentiert die Situation Prof. Wolfgang A. Herrmann als Vorsitzende des Vereins , in dem sich alle Unis des Freistaats zusammengefunden haben.</P><P> </P>

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