Unis legen neue Strukturpläne vor Überraschende

- Die Präsidenten und Rektoren der bayerischen Universitäten haben sich in einer intensiven Wochenendklausur auf teilweise überraschende und gravierende Einsparungen und Umbaumaßnahmen geeinigt. Die Pläne wurden danach dem bayerischen Wissenschaftsminister Thomas Goppel "als Steilvorlage" für baldige Reformen präsentiert.

<P>Unter dem Motto "Umbau statt Abbau" haben die Chefs der elf im Verein "Universität Bayern" zusammengeschlossenen Unis ein "bisher einzigartiges Richtungskonzept für den Freistaat erarbeitet", wie der Vorsitzende der Rektoren, TU-Präsident Prof. Wolfgang A. Herrmann, erklärte. </P><P>In dem 40-seitigen Konzept geht es vor allem um Schwerpunktbildungen und den Abbau kleinerer oder wenig gefragter Studienfächer, die in naher Nachbarschaft doppelt angeboten werden. Bestimmte Studiengänge in Bayern sollen künftig an einzelnen Orten zusammengefasst und besser aufeinander abgestimmt werden. Generell soll etwa das Fach Jura "entkoppelt" werden, man wird also nicht mehr Jura in allen Facetten an jeder Uni studieren können. </P><P>In München hat Rektor Prof. Bernd Huber für die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) vorgeschlagen, nach amerikanischem Vorbild die 18 Fakultäten in vier Fächergruppen zu bündeln und umzubauen: Geistes- und Kulturwissenschaften, Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Medizin und Naturwissenschaften. "Flächendeckend" sollen dazu gestufte Bachelor/Masterstudiengänge eingeführt werden. Verbessert werden sollen - auch in der Betreuung der Studierenden - die Postgraduierten- und Promotionsprogramme, sowie das Lehramt. </P><P>Zurückziehen will sich die LMU zum Beispiel aus der Medizingeschichte, der Wirtschafts- und Sozialgeschichte und vor allem weitgehend aus der Geographie, Geologie, Mineralogie und Meteorologie. Ein geowissenschaftlicher Schwerpunkt ist dagegen in Erlangen vorgesehen. Die TU München, die ihre Internationalisierung weiter fördern will, hat eine "Vierteilung" schon länger vollzogen, in: Ingenieurwissenschaften, Naturwisssenschaften, Medizin und Lebenswissenschaften. Zwischen ihnen entstehen "wissenschaftliche Brückenköpfe" mit fachübergreifenden Innovationen (wie zum Beispiel Ernährungsmedizin). </P><P>Eingespart werden auch an der TUM wenig profilierte Fachgebiete (und Stellen). Wenig angetastet wird die Münchner Hochschulmedizin: Bisher wird nur hinter den Kulissen der Unis zäh um eine neue Zukunft mit einer abgespeckten Hochschulstruktur gerungen. Kein Rückbau werde in den Ingenieurwissenschaften und angewandten Naturwissenschaften möglich sein - weder qualitativ noch quantitativ, so das Papier. </P><P>Geplant ist aber ein Zusammenrücken in einer "Munich Engineer School" Goppel bezeichnete die Vorschläge als "ausgezeichnete Basis für unsere weitere Arbeit". Eine Evaluierungskommission aus internationalen Experten werde von Ende Juli an das Reformkonzept prüfen und weiterentwickeln. Bayern müsse auf die steigenden Studentenzahlen und den internationalen Wettbewerbsdruck rasch reagieren, so der Minister. "Wenn das Wintersemester 2005 zum großen Wechselsemester wird, haben wir unser Ziel erreicht." </P>

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