Unis sonnen sich im Ranking

- Den PISA-Schulschock, international nicht mithalten zu können, wollen Deutschlands Hochschulen auch in Zeiten knapper Kassen nicht erleben. Das Wettrennen um mehr Profil und anerkannte Ranglisten ist bundesweit ausgebrochen. Mit dem Washaben- die, was-wir-nichtkriegen- Blick werden vor allem akribisch die Förderdaten der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG, des Deutschen Akademischen Austauschdienstes DAAD und der Humboldt- Stiftung und verglichen. Drittmittel werden so zur Leistungskurve hochgestylt.

<P>Mit dem Ranking-Rennen befasst sich heute der Bayerische Ministerrat, dem Wissenschaftsminister Hans Zehetmair stolz verkünden kann, dass die vier größten bayerischen Universitäten - in München, Erlangen- Nürnberg und Würzburg - nach der neuen Rang-Kurve der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zu den TOP-Ten zu zählen sind. Je nach Bewertungskriterien belegen diese Unis mal hohe, und mal etwas tiefere Spitzenplätze unter den 80 deutschen Hochschulen. </P><P>Das Ranking 2003 zeigt auch, dass die großen Unis eine zentrale Rolle im deutschen Wissenschaftssystem spielen. Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen LMU und TUM In der Rangliste mit den meisten DFG-Forschungsförderungen liegen die Ludwig- Maximilians-Universität (LMU) auf dem zweiten und die Technische Universität München (TUM) auf dem dritten. Vor sich haben sie die TH Aachen. Die DFG förderte im Berichtszeitraum (1999 bis 2001) Forschungsprojekte an der LMU mit einer Gesamtsumme von 116,9 Millionen Euro und an der TUM mit 116,3 Millionen Euro (Aachenbekam119,2 Millionen). </P><P>Der Schwerpunkt der Förderung in allen Hochschulen liegt auf den Ingenieurwissenschaften (1,327 Milliarden Euro), den Naturwissenschaften (939,1 Millionen) und der Medizin (1,321 Milliarden). Die Geistes- und Sozialwissenschaften können in diesem Rennen ums Fördervolumen nicht mithalten - sie brauchen aber auch selten große Forschungsgeräte. Doch man kann die Vergleiche auch anders sehen: Geht man nach der Pro- Kopf-Bewilligung (Förderung in Relation zur Zahl der tätigen Professoren) so nehmen keineswegs die großen Hochschulen die drei Spitzenplätze ein, sondern die Universität Stuttgart, die Medizinische Hochschule Hannover und die Universität Karlsruhe. </P><P>Interessant ist aber auch noch ein anderer Vergleich, der die TUM gleich hinter die TH Aachen bringt: Unter den Höchstplatzierten haben die Wissenschaftler in Aachen und an der TUM neben den Mitteln der DFG in überdurchschnittlichem Umfang vor allem anderen weitere Fördermittel eingeworben. Die LMU nimmt hier den dritten Platz ein. Moderne Wissenschaft braucht Netzwerke. Deshalb untersuchte die DFG auch die Einbindung der Hochschulen in regionale Schwerpunktprogramme und die Internationalität der Forschung. Bei den koordinierten Programmen der DFG ist die TUM mit den Sonderforschungsbereichen (13) und Schwerpunktprogrammen (53) bundesweit führend. Zu weiteren Einzelheiten über Bayerns Hochschulen wollen Zehetmair und DFGPräsident Prof. Ernst-Ludwig Winnacker heute in München Stellung nehmen. Wer einen Internet-Zugang hat, kann sich den ganzen 250 Seiten dicke DFGRanking- Bericht aber auch aus dem Internet als PDFDatei herunterladen unter  www.dfg.de/ranking/. </P>

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