"Unser Supermarkt ist der Wald"

- "Bei euch sterben Vögel, bei uns sterben die Kinder wegen des Öls", sagt Tzamaraint Naychap, Indianer der Shuar. Zu viert sind die Indios aus Ecuador angereist, um in der LMU auf ihre Not aufmerksam zu machen. Möglich wurde die Reise durch die Unterstützung von Jan Linhart (24). Der Ethnologiestudent der LMU sorgte für Unterkunft, finanzielle Förderung und Gesprächsforen.

<P>"Ich war vor zwei Jahren wegen meines Studienprojektes für Biologie in Ecuador, als die Indios zu mir kamen und mich um Hilfe baten", berichtet Linhart. Der Student überzeugte sich selbst vor Ort von der Ölpest. Damit stand sein Entschluss fest. Er sattelte von Biologie auf Ethnologie um, denn er will sich stärker für Völker einsetzen. <BR><BR>"Unsere Großväter sagten, wir sollen Spanisch lernen, um mit der Welt der Weißen zu kommunizieren", so Naychap. "Jetzt können wir Spanisch und per Gesetz gehört uns das Land. Aber wir haben keine Anwälte, die unsere Rechte verteidigen. " Ein Videofilm zeigt das Übel deutlich. Aus den Wasserquellen blubbert Öl. Ein Beweis, dass Firmen lecke Ölpipelines hinterlassen. "Finanziert werden die Pipelines mit Krediten des deutschen Unternehmen WestLB", erklärt Naychap weiter. "Darum sind wir nach Deutschland gekommen. Wir wollen bei uns eine Universität gründen, damit die Weißen sich mit uns austauschen können, denn ohne ihre Hilfe sind wir verloren."<BR><BR>Im Hörsaal ist es betroffen still geworden. Beeindruckend ist die Tracht der vier Indios. Mit nacktem Oberkörper stehen sie barfuß vor den warmangezogenen Studenten. Der Kopfschmuck aus gelb-roten Federn, mit vielen Ketten behängt und einer Lanze aus Palmholz im Arm könnte es keine überzeugendere Botschafter ihrer Kultur als sie selbst geben. <BR><BR>"Wir wollen keine Supermärkte oder Pipelines. Unser Supermarkt ist der Wald. Doch wie sollen wir ohne Wald überleben?" Für ihre Reise haben sie hart gearbeitet und gespart. </P><P>Jetzt wünschen sie sich viele Zuschriften unter nuka25@hotmail.com</P>

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