Unsichtbare Sensoren im Alltag

- Der Begriff mutet zunächst unheimlich an: "Pervasive Computing" - überall vorhandene, winzige Sensoren und Systeme, die vom Menschen unbemerkt Umweltreize aufnehmen und darauf reagieren. Die rund 300 Experten dagegen, die derzeit an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) tagen, sehen "Pervasive Computing" vielmehr als Segen für den Alltag.

<P>"Immer kleinere und immer billigere Sensoren werden in den nächsten zehn bis 20 Jahren tiefgreifende Veränderungen bringen", zeigte sich der Informatiker Professor Friedemann Mattern von der ETH Zürich am Montag auf dem Kongress "Pervasive 2005" überzeugt. In Alltagsgegenständen wie Möbel eingebaut, könnten Sensoren Geräusche, aber auch Informationen über Position und Helligkeit aufnehmen und entsprechend reagieren. Ein Heizungssystem würde etwa beim Verlassen des Hauses die Raumtemperatur senken und bei der Rückkehr der Bewohner wieder erhöhen.<BR><BR>Sensoren im Bad für die Altenpflege</P><P>"Vorstellbar wäre es auch, dass Akustik-Sensoren Aufschluss über die Tätigkeit einer Person im Bad geben", sagte LMU-Medieninformatiker Albrecht Schmidt, Organisator der Tagung. "Das könnte hilfreich in der Altenpflege sein."<BR><BR>Dass in Fachkreisen als Fortschritt und Errungenschaft gepriesene Entwicklungen in der Gesellschaft möglicherweise ganz anders aufgenommen würden, dessen sei man sich aber durchaus bewusst, betonte Schmidt. Dies dürfe jedoch nicht dazu führen, dass die Wissenschaft sich einschränke. "Wir Forscher müssen zunächst einmal herausfinden, was technisch möglich ist", sagte Mattern.<BR><BR>Freilich müsse sich ein Mensch in all der Technik, die ihn umgibt, letztendlich wohlfühlen. "Smart Computing" solle dem Anwender möglichst wenig bewusst sein. Es gehe nicht darum, im heimischen Wohnzimmer ständig mit Informationen berieselt zu werden, so Mattern. "Smart Computing soll vielmehr helfen, Ruhe und Entspannung zu bringen."<BR><BR>Ruhe und Entspannung durch unbewusste Systeme</P><P>Ein Beispiel für "Smart Computing", das nicht bewusst wahrgenommen wird, aber womöglich lebensrettende Wirkung hat, nannte Roy Want vom Computerkonzern Intel: "Denken Sie an das ABS in ihrem Auto. Es tut etwas, was der Mensch nicht tun könnte. Dabei ist ihm das System überhaupt nicht bewusst. Es fühlt sich an wie eine normale Bremse."<BR></P>

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