"Unter der Wasseroberfläche"

- Drastische Einschnitte angesichts des von der Staatsregierung angesteuerten Sparkurses befürchtet die Präsidentin der Fachhochschule München (FHM), Marion Schick. Werden die Pläne Wirklichkeit, müsse allein ihre Hochschule im nächsten Jahr fünf Millionen Euro einsparen, rechnet Schick vor. Sie betont: "Das ist schlichtweg unmöglich."

<P>Ein Betrag in dieser Höhe entspreche dem gesamten Sachmittel-Etat, der der FHM für ein Jahr zur Verfügung stehe, so Schick in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Ungeachtet der Vorgabe, künftig mit weniger Geld haushalten zu müssen, sieht sie sich zudem steigenden Studierendenzahlen gegenüber - schließlich ist es politisches Ziel, mehr Studierende an Fachhochschulen zu ziehen. "Wie soll das gehen, wenn man uns gleichzeitig die Basis abgräbt?" gibt die Präsidentin zu bedenken.<BR><BR>Mit weniger Mitarbeitern könne sie ohnehin praktisch nicht auskommen. Schon heute sei die Personal-Situation der Fachhochschule sehr angespannt. So muss derzeit ein einziger Labor-Ingenieur drei bis vier Labors betreuen. Für den derzeit noch nicht fertigen Neubau an der Ecke Loth-/Heßstraße mit 25 000 Quadratmetern Nutzfläche ist der Fachhochschule weder eine Hausmeisterstelle noch technisches Personal in Aussicht gestellt. "Hier sind wir unter der Wasseroberfläche", so die Präsidentin.<BR>Beim Lehrpersonal sehe es nicht viel besser aus: Statt notwendiger 560 habe die FHM nur 470 Professorenstellen.<BR><BR>Als möglichen Lösungsweg aus der prekären Lage müsse man strukturelle Veränderungen angehen. In diesem Punkt seien sich die Chefs der bayerischen Fachhochschulen in einem ersten Gespräch mit Wissenschaftsminister Goppel einig gewesen, berichtet Schick. "Strukturüberlegungen werden jedoch höchstens mittelfristig wirksam, in einem Zeitraum von fünf bis zehn Jahren", wendet sie zugleich ein.<BR><BR>Die schwierige Haushaltslage soll freilich nicht zu einem Stillstand an der FHM führen. So plant die Hochschule derzeit neue Master-Studiengänge. Bereits genehmigt sei ein rein englischsprachiger Master in "Paper Technology", verrät Schick. Zwei neue Weiterbildungs-Master sollen zudem am Fachbereich Sozialwesen eingerichtet werden. Auch sie seien bereits genehmigt.<BR><BR>Diskutiert wird an der Münchner Fachhochschule auch das Thema Studiengebühren. Schick hält hier jedoch Zurückhaltung für angebracht. Bevor man eindeutig für Bildungsbeiträge eintrete, müsse man das Thema noch ausführlich diskutieren. "Wie will man einem Studierenden verkaufen, dass er jetzt Gebühren zahlen soll, und gleichzeitig fährt man durch die Einsparungen massiv die Qualität herunter?"<BR></P>

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