Unternehmer die Retter der Unis?

- Volle Autonomie, Finanzierungsklarheit und unternehmerische Hochschulgestaltung, so sieht für den Präsidenten der Technischen Universität München (TUM) Prof. Wolfgang A. Herrmann, die Zukunft von erfolgreichen deutschen Universitäten aus. Bei seinem Festvortrag zum 10jährigen Jubiläum des Harvard-Clubs München forderte Herrmann eine "Universität neuer Kategorie", die als eigene Rechtspersönlicheit durch volle Autonomie - gegen volle Verantwortung - und durch Finanzierungsklarheit charakterisiert sei. Nur so sei die unternehmerische Gestaltung der Hochschularbeit und ihrer Strukturen im scharfen internationalen Wettbewerb möglich, so Herrmann.

<P>Das bedeute aber nicht, dass die Hochschule ein Privatunternehmen werden müsse: "Das unternehmerische Prinzip ist durchaus unter dem Dach des Staates realisierbar, wie etwa die Erfolgsgeschichte der Rhein- Main-Donau-Gesellschaft zeigt: Auch sie hat, wirtschaftlich selbständig, einen staatlichen Auftrag effizient erfüllt", so Herrmann zu den Harvard-Club-Gästen. "Erfolgreiche Wissenschaftler und erfolgreiche Unternehmer haben vieles gemeinsam, von der Begeisterung am Fortschritt über die Risikobereitschaft bis zur Wertschöpfung aus Ideen, Produkten und Dienstleistungen."</P><P>Der Einfluss des Staates sei bei einer privatrechtlich organisierten Universität über die Besetzung des Aufsichtsrates problemlos realisierbar. Alle internationalen Spitzenuniversitäten funktionierten nach genau diesem Prinzip, auch die amerikanischen Staatsuniversitäten. Es sei ein weitverbreitetes Missverständnis, dass eine Hochschule im wesentlichen auf Wissensvermittlung basiere. "Die Idee der Universität ist ihre Wissenschaftlichkeit. Unser Auftrag ist die Erziehung zur Wissenschaft, zur Erschließung neuen Wissens, mit dem wir den Fortschritt unseres Landes mitgestalten."</P><P>Und zur Diskussion um die Idee einer künftigen großen "Universität München" meinte der Chef der TUM: "Mir geht es nicht um Fusion oder Nichtfusion, sondern um die Realisierung des unternehmerischen Ansatzes, den eine vollautonome Universität braucht, um dem Staat und der Gesellschaft auch morgen noch im internationalen Wettbewerb dienen zu können. Dieser Denkansatz muss sich durchsetzen, weil wir sonst als Land keine Chance haben - gegen fehlende Bodenschätze, gegen die demographische Verknappung, gegen den EUBinnenwettbewerb, gegen die Aufholjagd der Chinesen und Inder mit ihren 2,3 Milliarden Menschen und riesigen ihren neuen Märkten."</P>

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