US-Rover auf dem Flug zum Mars

- Washington - Startschuss für das bislang ehrgeizigste und spektakulärste Mars-Projekt der US-Raumfahrtbehörde NASA: An Bord einer Delta-Rakete hob am Dienstag mit zwei Tagen Verspätung der Mars-Landeroboter "Spirit" zu seiner 56 Millionen Kilometer langen Reise ab. Am 25. Juni soll sein Zwillingsbruder folgen, der "Opportunity" getaufte zweite Rover. Die nach der "Columbia"-Katastrophe in die Kritik geratene NASA hofft, dass die Rover mit der Live-Übertragung ihrer Abenteuer auf dem Roten Planeten Millionen Menschen in ihren Bann ziehen werden.

<P>Doch zunächst einmal müssen die Rover die lange Reise und die für Januar geplante schwierige Landung bewältigen. Nach zwei spektakulären Pleiten, dem Verlust der Sonde "Mars Climate Orbiter" und der fehlgeschlagenen Landung des "Mars Polar Lander" Ende 1999, hatte die NASA ihr gesamtes Marsprojekt auf den Prüfstand gestellt und war erstmals wieder von ihrem umstrittenen Sparprogramm bei wichtigen Missionen abgewichen.</P><P>Bei den Rovern wurde deshalb diesmal nicht gespart. Mit 800 Millionen Dollar (683 Millionen Euro) sind sie doppelt so teuer wie die beiden letzten Missionen zusammen. Dafür wurden sie mit modernster Technik vollgepackt und erhielten eine extra dicke Schutzschicht aus Airbags, die sie beim Aufprall auf der unwirtlichen Marsoberfläche schützen sollen. Schließlich machen der NASA vor allem die letzten Meilen der langen Reise Sorge, nicht zuletzt nachdem der "Mars Climate Orbiter" und der "Mars Polar Lander" Ende 1999 kurz vor dem Ziel verschwanden.</P><P>Sollte alles gut gehen, erreichen die Rover im Januar 2004 die Umlaufbahn des Mars. Die Rover werden dann in die Mars-Atmosphäre schießen, wo ihr Fall durch einen riesigen Fallschirm und Bremsraketen verlangsamt wird. 15 Meter über der Oberfläche wird der Fallschirm dann abgetrennt und die mit ihren Luftsäcken umhüllten Rover schlagen auf der Marsoberfläche auf.</P><P>Nach mehreren Hüpfern kommt das Landefahrzeug schließlich zur Ruhe. Der Rover beginnt sich zu entfalten und verlässt seine Hülle. Von da an wird das sechsrädrige Roboter-Fahrzeug nach den Plänen der NASA mindestens drei Monate lang durch die unwirtliche Landschaft fahren und mit seinen in Deutschland gebauten Spektrometern nach Wasser und Lebensspuren suchen.</P><P>Dank seiner in etwa 1,50 Meter Höhe angebrachten Panoramakamera können Millionen Menschen auf der Erde die Suche auf dem Mars im Fernsehen und im Internet verfolgen. Die NASA hofft auf eine ähnliche Begeisterung für die Expeditionen wie 1997, als der viel kleinere Pathfinder-Rover "Sojourner" die Fernsehzuschauer begeisterte, obwohl er insgesamt nur ein Areal von der Größe eines Fußballfeldes erkundete - das schaffen seine Nachfolger dank neuer Motoren und dank ihrer Größe in einem Tag.</P><P>NASA-Chef Sean O'Keefe, der sich fast täglich gegen neue Vorwürfe verteidigen muss, Pannen und Versäumnisse innerhalb der riesigen Behörde hätten zur "Columbia"-Katastrophe mit beigetragen, setzt alle seine Hoffnungen nun auf die Roboter: "Wir hoffen sehr, dass dies der Beginn einer der ersten großen Forschungsreisen des 21. Jahrhunderts wird."</P><P>Bereits vor gut einer Woche hatte die Europäische Weltraumagentur ESA das Rennen zum Mars eröffnet. Sie brachte die Sonde "Mars- Express" auf die Reise. Ende Dezember soll "Mars-Express" das Ziel erreichen und den Landeapparat "Beagle 2" aussetzen, der auf dem Mars ebenfalls nach Lebensspuren suchen soll.</P>

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