Varianten-Vielfalt bei "Vista" - Welches Fenster soll's denn sein?

Verwirrend: - Der Startschuss ist gefallen: Seit Beginn der Woche können PC-Anwender "Windows Vista" erstehen. Doch obwohl das neue Betriebssystem von Microsoft deutlich sicherer und komfortabler sein soll, besteht nach Ansicht von Experten kein Anlass für einen raschen Umstieg. Wer seinen Rechner dennoch umrüsten will, hat die Qual der Wahl.". Filmbericht <br />

Wer Vista schon vor dem Verkaufsstart ausprobieren durfte, war meist angetan. So lobten diverse PC-Zeitschriften in Tests nicht nur die nutzerfreundlichen Suchfunktionen oder die aufgemotzte dreidimensionale Gestaltung der Programmfenster und Menüs namens "Aero". Vor allem, dass Microsoft neue Schutzfunktionen gegen Viren, Spionagesoftware oder Phishing eingebaut hat, bewerteten sie positiv. Die "PC Professionell" erkor Vista bereits zum sichersten Betriebssystem vor den Konkurrenten Linux und MacOs.

Doch so bahnbrechend, dass jeder Anwender seinen Rechner umgehend umstellen sollte, ist Vista offenbar nicht. "Es gibt eigentlich keinen Grund für einen schnellen Wechsel", sagt Axel Vahldiek, Redakteur beim Magazin "c&lsquo;t". Zwar spricht nach seinen Worten nichts gegen einen neuen Rechner mit Vista. Zumal ab sofort der Großteil der PCs und Laptops mit dem brandneuen Windows-System ausgeliefert wird. Doch Nutzer, die erstmal nicht in neues Gerät investieren wollen, kommen auch mit den Vista-Vorgängern gut über die Runden, wie Fachmann Vahldiek sagt.

Umsteiger müssen vor dem Wechsel den PC prüfen

Gerade wer das mittlerweile recht stabile Windows XP installiert hat, kann sich Zeit lassen. Microsoft hat bereits angekündigt, den Kundenservice für das Auslauf-System bis 2014 zu verlängern. Das heißt, die Nutzer werden auch in den nächsten Jahren mit sogenannten Updates und Patches versorgt, die sich immer wieder auftuende Sicherheitslücken stopfen sollen.

Anwender, die auf ihrem alten Rechner dennoch Vista aufspielen wollen, weil sie beispielsweise die besseren grafischen Fähigkeiten für Spiele nutzen wollen, müssen mindestens zwei Hürden nehmen: Zum einen muss der Computer fit genug für das neue System sein. Denn Windows Vista fordert Prozessor, Arbeitsspeicher und Festplatte deutlich mehr Muskelkraft ab als bisherige Betriebssysteme ­ vor allem, wenn die optionale "Aero"-Darstellung eingeschaltet wird (siehe unten). Zum anderen muss der Kunde erst einmal herausfinden, welche der zahlreichen Editionen von Windows Vista er eigentlich kaufen will. "Microsoft hat sich alle Mühe gegeben Verwirrung zu stiften", sagt Axel Vahldiek mit Blick auf die Versionen-Vielfalt. Zur Auswahl stehen neben "Business"-Paketen für Unternehmen drei Varianten für Privatnutzer: "Vista Home Basic" ist die Schmalspur-Packung, die laut Microsoft für Heimanwender mit einfachen Ansprüchen gedacht ist.

Für Profis: Die Billig-Version ohne Verpackung

"Vista Home Premium", das Mittelklasse-Paket, beinhaltet darüber hinaus die aufwändige "Aero"-Oberfläche und bessere Multimedia-Fähigkeiten. "Vista Ultimate" bietet als Luxus-Edition auch Funktionen, die vor allem für Unternehmen interessant sind ­ aber kaum für Privatleute.

"Mein Tipp ist ,Home Premium&rsquo;", sagt Jörg Geiger, Vista-Experte bei der "PC Professionell". Allerdings muss sich der Anwender beim Nachrüsten mit dieser Standard-Version noch zwischen dem Upgrade (229 Euro), der Vollversion (329 Euro) und der sogenannten Systembuilder-Version (ca. 119 Euro) entscheiden. Geiger rät Nutzern mit guten Computer-Kenntnissen zur letztgenannten Variante, die eigentlich nur für PC-Händler gedacht ist. Sie wird ohne Verpackung, Anleitung und Vorrecht auf kostenlosen Kundendienst ausgeliefert, bietet aber eine vollwertige Version des Vista-Betriebssystems.

Ansprüche an den PC

Windows Vista läuft nur auf leistungsfähigen Computern. Um wenigstens die Kernfunktionen ausführen zu können, muss der Rechner diesen Mindestansprüchen genügen:

Prozessor mit einer Rechenleistung von 1 GHz, Systemspeicher mit 512 MB, eine Festplatte mit noch 15 GB Platz, ein angeschlossenes DVD-Laufwerk, Internetzugang

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