+
Wer im Netz nach Informationen sucht, gelangt schnell von einer Seite zur nächsten. Nutzen Webseitenbetreiber Verlinkungen, identifizieren sie sich mit den verlinkten Inhalten. Foto: Andrea Warnecke

Verlinkungen auf andere Seiten sorgfältig prüfen

Über Verlinkungen gelangen Internetnutzer schnell von einer Webseite zur nächsten. Webseitenbetreiber können auf diesem Weg auf Quellen oder weitere Informationen verweisen. Dies hatte in einem Fall juristische Folgen.

Berlin (dpa/tmn) - Links sind nicht Schall und Rauch: Wer als Webseitenbetreiber nahelegt, dass er sich mit verlinkten Inhalten identifiziert, muss unter Umständen für diese haften. Das geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts Köln hervor (Az.: 6 U 49/13).

Der Link auf eine Startseite genüge aber im Allgemeinen noch nicht, um anzunehmen, dass sich der Linksetzer einen eventuell problematischen Inhalt auf Unterseiten des fremden Internetauftritts zu eigen macht. Auf das Urteil weist die Arbeitsgemeinschaft IT-Recht im Deutschen Anwaltverein (DAV) hin.

In dem Fall warb ein Arzt mit alternativmedizinischem Angebot auf seiner Webseite für eine spezielle Form der Akupunktur in seiner Praxis - und verlinkte für weiterführende Informationen zur Startseite eines Forschungsverbandes, der sich mit der Akupunktur-Methode beschäftigt. Ein Verein zur Wahrung gewerblicher Interessen klagte daraufhin gegen den Arzt mit der Begründung, dass die verlinkte Internetpräsenz Unterseiten enthalte, die zweifelhafte Aussagen zu Anwendungsgebiet und Wirkung der Akupunkturmethode mache.

In zweiter Instanz wurde die Klage abgewiesen: Die Richter glaubten nicht, dass der Arzt böswillig in der Absicht handelte, Verbraucher durch die umstrittenen Aussagen auf der verlinkten Seite in die Irre zu führen. Das gelte insbesondere, weil er die Wirkung der Methode mit Ergebnissen aus anderen Forschungsberichten habe belegen können, und weil der Link mit entsprechender Ankündigung nur auf die Startseite des Forschungsverbandes führte. Zudem habe der Arzt den Link sofort nach der erstinstanzlichen Abmahnung entfernt.

Arbeitsgemeinschaft IT-Recht im DAV

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Zukunftsforscher Opaschowski ruft zu „digitaler Diät“ auf
Weder ein Like noch ein Dislike, sondern ein Boykott der sozialen Medien. Das fordert der Hamburger Zukunftsforscher Horst W. Opaschowski und appelliert an die Jugend: …
Zukunftsforscher Opaschowski ruft zu „digitaler Diät“ auf
Apple verschiebt Marktstart seines smarten Lautsprechers
Der HomePod kommt doch nicht mehr im Jahr 2017 auf den Markt. Apple teilte am Freitag mit, man benötige „ein wenig mehr Zeit“.
Apple verschiebt Marktstart seines smarten Lautsprechers
„I bims“ zum „Jugendwort des Jahres“ gekürt: Was bedeutet dieser Begriff, bitte?
Den Begriff „I bims“ liest und hört man immer öfter. Erst recht, nachdem er zum „Jugendwort des Jahres 2017“ gekürt wurde. Was ist das für ein Ausdruck? Wir erklären die …
„I bims“ zum „Jugendwort des Jahres“ gekürt: Was bedeutet dieser Begriff, bitte?
Bei Whatsapp kursiert falsches H&M-Gewinnspiel
Achrung, WhatsApp-Nutzer: Die Modekette H&M warnt vor einem betrügerischen Kettenbrief, der derzeit in dem Messenger verschickt wird.
Bei Whatsapp kursiert falsches H&M-Gewinnspiel

Kommentare