"Verlorene Stadt" im Atlantik entdeckt

- Eine spektakuläre Ansammlung grandioser Türme und Spitzen aus schneeweißem Kalkstein hat ein internationales Forscherteam in den Tiefen des Atlantischen Ozeans entdeckt. Die bis zu 60 Meter hohen, bizarren Gebilde bedecken eine Fläche von 400 mal 400 Metern und sind die grössten sogenannten "hydrothermalen Schlot-Strukturen", die man bis jetzt auf dem Meeresgrund entdeckt hat, schreiben die Geologen von der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich im amerikanischen Fachjournal "Science".

<P>Die Strukturen, die die Forscher "Lost City" (Verlorene Stadt) getauft haben, unterscheiden sich stark von den bisher bekannten "Black Smokers", den untermeerischen Vulkanen, von denen man annimmt, dass sie den Ursprung des Lebens in Form erster einfacher Bakterienkulturen auf der Erde bergen.</P><P>Während die "Black Smokers" in der Regel direkt auf der Achse des Mittelozeanischen Rückens liegen, befindet sich "Lost City" 15 Kilometer entfernt. Die Energie, welche die Wasserzirkulation von "Lost City" antreibt, kann damit nicht wie bei den "Black Smokers" aus vulkanischer Wärme stammen. </P><P>Die Geowissenschaftler fanden bei Ihren Tauchgängen mit dem U-Boot "Alvin" heraus, dass diese vielmehr bei einer chemischen Reaktion zwischen Meerwasser und Peridotit, einem Gestein aus dem Erdmantel, entsteht.</P><P>Bei dieser Reaktion wird das Mineral Olivin in Serpentin umgewandelt, wobei Wärme, Methan und Wasserstoff freigesetzt werden. </P><P>In "Lost City" treten aus dem Meeresboden ständig 40 bis 80 Grad heiße Flüssigkeiten aus. Die Wissenschaftler konnten bereits nachweisen, dass sich hier zusammen mit dem Wasserstoff- und Methanreichtum sich ein reges mikrobielles Leben entwickeln konnte. </P><P>Die Umgebung bietet damit für Lebewesen wesentlich komfortablere Bedingungen als jene bei den 350 Grad Celsius heißen "Black Smokers". Das System kann sich durch die natürlichen Vorgänge in der Erdkruste über Jahrmillionen hinweg selbst erhalten und so den Entwicklungsprozess der Lebewesen sichern.</P><P>Die Forscher vermuten nun, dass es unzählige solche warmen, nährstoffreichen Brutstätten wie "Lost City" auf der gesamten Erdkugel gab, als das erste Leben entstanden ist. Damit erweitert sich auch die Anzahl der Nischen, in welchen das Leben am Meeresboden hätte entstehen können.</P><P>Internet: www.lostcity.washington.edu/</P><P><BR> </P>

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