Nutzerdaten gehen jetzt auch an Werbekunden

WhatsApp: So nutzen Betrüger die User-Unzufriedenheit aus

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München - Facebook will mit WhatsApp nun auch Geld verdienen. Deshalb verkauft es Nutzerdaten künftig an Werbekunden - ein gefundenes Fressen für Betrüger, welche die User mit einer miesen Masche abzocken.

Im Jahr 2014 übernahm Facebook den Instant-Messaging-Dienst WhatsApp. Den Nutzern wurde damals versichert, dass der beliebte Kurznachrichtendienst unabhängig bliebe und Nutzerdaten nicht mit Facebook geteilt würden. Doch dieses Versprechen wurde gebrochen: Vor Kurzem teilte Facebook mit, dass es künftig die Telefonnummer der WhatsApp-Nutzer für eigene Zwecke verwenden werde. Dabei wird unter anderem analysiert, wie oft die App genutzt wird.

Dass Facebook die Userdaten künftig auch für Marketing-Zwecke verwenden wird, ist bei der Diskussion um die neuen Nutzungsbedingungen untergegangen. Wer die WhatsApp-AGB genau durchliest, findet diese Klausel jedoch recht schnell: Ab dem 25. September dürfen die Daten an "Dritte wie zum Beispiel Firmen" weitergegeben werden. "Nachrichten, die du erhältst, die Marketing enthalten, könnten Angebote zu etwas enthalten, das dich interessiert", heißt es in den AGB. Das bedeutet im Klartext: Unternehmen dürfen dem Nutzer unaufgefordert Werbung zusenden. Will man den Dienst weiter nutzen, zahlt man also künftig mit seiner Aufmerksamkeit - auch wenn man das nicht will.

Neuerung ruft Betrüger auf den Plan

Facebook erlaubt Unternehmen außerdem, dass sie den Nutzern Informationen zu bereits gebuchten Dienstleistungen, wie beispielsweise Reisen, schicken. Werbebanner sollen in der App aber keine erscheinen.

Viele Nutzer sind empört über die Weitergabe ihrer Daten und wünschen sich das alte WhatsApp zurück. Wie die Welt berichtet, nutzen Betrüger diese Unzufriedenheit aus, um die User in eine miese Falle zu locken: Sie preisen per Spam-Nachricht eine eigene "WhatsApp-Gold-Version" an. Diese soll laut Beschreibung für immer werbefrei sein und attraktive zusätzliche Funktionen bieten. Doch die vermeintlich bessere Android-Version der App hat einen entscheidenden Haken: Sie existiert gar nicht. Zudem enthält sie eine schädliche Schadsoftware, die das Smartphone ausspioniert.

Wie kann man sich gegen die Werbe-Spams wehren?

Klickt man auf den Link zur Installation, landet man nicht im Google-Playstore, sondern auf einer Schadprogramm-Seite. Wer jetzt auf "installieren" klickt, holt sich die Spionage-Software automatisch aufs Smartphone. Die Betrüger suchen dabei gezielt nach privaten Daten, wie Passwörtern und Kontodaten. Wer also eine dubiose Nachricht von einem unbekannten Absender erhält, sollte diese sofort löschen und auf keinen Fall auf darin enthaltene Links klicken.

Wer auf die Werbung von Facebook verzichten möchte, kann den neuen Nutzungsbedingungen widersprechen. Das hindert das soziale Netzwerk daran, dem Nutzer personalisierte Werbung auf Basis der WhatsApp-Daten zu schicken. Normale Werbung bekommt man aber trotzdem noch. Auch die Datenzusammenführung kann man dadurch nicht verhindern. Wer WhatsApp und den Facebook-Messenger auf dem Smartphone installiert hat, kann sich jeglichen Aufwand sparen: Facebook hat damit bereits Zugriff auf die Daten, die von WhatsApp genutzt werden.

sb

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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