Verstimmung im Medizin-Duo

- Die Diskussion um die Umsetzung der von der Staatsregierung verordneten Einsparungen an den Hochschulen wartet noch auf Lösungen. Dafür ist der Rektor der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) jetzt zum Angriff auf die Technische Universität (TUM) übergegangen: Bernd Huber möchte die Münchner Hochschulmedizin komplett unter dem Dach seiner Uni zusammenführen. Der Präsident der TUM hält diese Idee für abwegig.

<P>Er schlägt eine "vernünftige Kooperation" vor. "Man muss doch fragen, wem nützt das", kritisiert Herrmann den Integrationsplan Hubers. "Das sind Überlegungen aus einer Tageslaune heraus, ohne Gedanken an die Gesamtzusammenhänge." </P><P>Einer Zusammenlegung der Medizinfakultäten und Kliniken erteilt er eine klare Absage: Zum einen sei die Medizin in der TUM bereits wesentlich stärker integriert als an der LMU, "in einen Vierklang aus Naturwissenschaft, Medizin, Ingenieurwissenschaft und Lebenswissenschaft. Dies ist heute unser Markenzeichen." Zum anderen könne die LMU ohnehin nicht das Klinikum rechts der Isar mit den anderen Kliniken fusionieren, da es eine selbstständige Einrichtung ist.<BR><BR>Verärgert über Hubers Vorstoß äußerte sich auch die Bayerische Rektorenkonferenz. Laut einer Absprache sollten Sparvorschläge wie der Hubers nämlich zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht öffentlich geäußert werden.<BR><BR>Der Rektor will sein "Integrationsmodell" indes nicht als Attacke auf die TUM verstanden wissen und verweist auf die geforderte Profilbildung. Da es in München zwei Universitäten gebe, sei die Abstimmung zwischen TUM und LMU besonders wichtig. Wenn die Medizin unter dem Dach der LMU zusammengeführt werde, dann "könnten wir ja vielleicht stattdessen andere Fächer an die TUM abgeben", so Huber gegenüber unserer Zeitung.<BR><BR>Er halte dies für den "einzigen Weg, der Münchner Medizin ein Gesamtprofil zu verschaffen", so der Rektor.<BR>Derzeit haben LMU und TUM je eine Medizinfakultät. Das reformierte Medizinstudium wird seit letztem Semester im ersten Studienabschnitt von beiden Unis gemeinsam durchgeführt. Die Studenten sind an LMU und TUM eingeschrieben. Danach trennen sich ihre Wege.<BR><BR>Bei einem informellen Treffen der Uni-Chefs mit Referenten des Wissenschaftsministeriums am Mittwochabend soll versucht werden, die Wogen in dem Streit zu glätten.<BR></P>

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