"Viel zu viele Spanier hier"

- Unter der Brücke schlafen musste Paz Carreras dann doch nicht. Die Austausch-Studentin aus Barcelona hat mittlerweile ein Zimmer in der Jugendherberge gefunden. Weg sind dagegen ihre beiden Mobiltelefone - ein spanisches, ein deutsches - und ihre Kamera. Gestohlen, als die Physikstudentin in ihrer Unterkunft beim Frühstück saß. Die gute Laune freilich lässt sich Paz davon zu Beginn ihrer zweiten Woche in München nicht vermiesen.

Zusammen mit 45 anderen Gaststudenten lässt sie sich am Montagmorgen übers Stammgelände der Technischen Universität an der Arcisstraße führen. Einer in der Gruppe trägt ein T-Shirt mit der Aufschrift "O'zapft is". Was das heißt, weiß inzwischen auch Paz Carreras. Zwei Mal sei sie vergangene Woche auf dem Oktoberfest gewesen, erzählt die Spanierin grinsend. Am Mittwoch steht ein weiterer Besuch an, zusammen mit den Tutoren.

Die erklären den neu angekommenen Finnen, Franzosen oder auch Tschechen an diesem Morgen, wie sie sich im Hauptgebäude der TU zurechtfinden. Paz zuckt mit den Schultern: Sie studiert ohnehin auf dem Campus Garching, wird im kommenden Semester also kaum auf dem Stammgelände in der Maxvorstadt sein.

"Wenigstens lernt man hier Leute kennen", sagt die Erasmus-Studentin. Um gleich kopfschüttelnd hinzuzufügen: "Es sind viel zu viele Spanier hier." Als Tutorin Sandra Spindler die Herkunftsländer ihrer Schützlinge wissen will, gehen allein bei der Frage nach Spanien elf, zwölf Hände in die Höhe.

Paz Carreras wird ihre Landsleute in den nächsten Tagen noch öfter sehen. Drei Wochen lang bietet die Studenteninitiative "Tumi" den ausländischen Gästen jeden Tag Programm. Heute begleiten die Tutoren die Erasmus-Studenten zur Anmeldung ins Kreisverwaltungsreferat, am Donnerstag steht ein Besuch im Nymphenburger Schloss an, und am Freitag geht die Gruppe gemeinsam Fahrräder kaufen.

Paz Carreras hofft indes, dass die kommenden sechs Tage schnell vorübergehen. Denn Anfang nächster Woche kann sie endlich in ihr Zimmer in der Studentenstadt Freimann einziehen - weg von den "vielen Betrunkenen" in der Jugendherberge. Außerdem freut sich die Spanierin auf den Deutschkurs - auch der beginnt nächste Woche.

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