Viren-Infektion aus dem Internet

- Frankfurt/New York - Ein neuer Computerwurm hat zum Wochenbeginn weltweit mehrere zehntausend Rechner lahm gelegt. Ähnlich wie der "Blaster"-Wurm des vergangenen Jahres infiziert "Sasser" den Computer nicht über E-Mail, sondern allein schon beim Anschluss ans Internet. Ein befallener Rechner muss immer wieder neu starten, sodass man nicht mehr mit ihm arbeiten kann.

<P>Betroffen sind Computer mit den Betriebssystemen Windows 2000 und Windows XP, die ohne einen zusätzlichen Schutzwall ("Firewall") direkt mit dem Computernetz verbunden sind. In diesen Fällen reicht bereits eine Internet-Verbindung von wenigen Sekunden, um mit "Sasser" infiziert zu werden.<BR><BR>Finnische Bank schließt 120 Filialen aus Sicherheitsgründen<BR><BR>Der Wurm wurde zuerst am vergangenen Freitag entdeckt und tritt bereits in drei Varianten auf. Mit Beginn der Bürozeiten am gestrigen Montag verbreitete sich "Sasser" vor allem in Europa mit rasanter Geschwindigkeit. Die drittgrößte finnische Bank, Sampo, schloss 120 Filialen für mehrere Stunden, um Sicherheitslücken der Computer zu schließen. "Wir wurden nicht infiziert, aber wir wollten sicherstellen, dass er nicht bei uns zuschlägt", sagte ein Sprecher des Instituts.<BR><BR>Die Schadenssoftware installiert sich in das "Run"-Verzeichnis der Windows-Registrierdatei ("Registry") und startet damit automatisch im Anschluss an das "Booten", also den Startvorgang von Windows. Für seine Weiterverbreitung erzeugt der Wurm zufällige IP-Adressen - jene Ziffernfolge, die jeden Computer im Netz eindeutig bezeichnet. Danach versucht der Wurm, über einen bestimmten "Port" einzudringen - das ist eine Übergabestelle für Daten aus dem Netz.<BR>Der Wurm nutzt eine Sicherheitslücke im Betriebssystem aus. Beim Start des befallenen Rechners erscheint eine entsprechende Fehlermeldung mit dem Hinweis auf die Datei "lsass.exe".<BR><BR>"Wir beobachten schon seit einiger Zeit, dass Schwachstellen immer schneller ausgenutzt werden", erklärte der Sicherheitsexperte der Software-Firma Symantec, Michael Hoos. Das Aufspielen von Sicherheitsaktualisierungen werde daher immer wichtiger, um Computersysteme frei von Schadprogrammen zu halten.<BR><BR>Ein Sprecher des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) teilte mit, der Wurm habe eine sehr hohe Verbreitung gefunden. Um den Kreislauf der ständigen Neustarts zu unterbrechen und eine Aktualisierung von Microsoft zur Schließung der Sicherheitslücke aufzuspielen ("Patch"), sollte man unter "Start, Ausführen" den Befehl eingeben: "shutdown -a". Danach lässt sich der Wurm auch mit Hilfe eines kleinen Programms beseitigen, das die Software-Firma Symantec bereitgestellt hat.<BR><BR>Der "Blaster"-Wurm verbreitete sich im August vergangenen Jahres in kürzester Zeit auf weltweit mehreren hunderttausend Computern, weil der in Windows XP integrierte persönliche Schutzwall ("Firewall") standardmäßig nicht aktiviert war.<BR><BR></P><P> </P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

WPA2 geknackt: Ist das WLAN nicht mehr sicher?
Das Verschlüsselungsverfahren WPA2 soll in einem WLAN-Hotspot Verbindungen absichern und Lauscher aussperren. Doch offenbar klaffen in dem Standard kritische …
WPA2 geknackt: Ist das WLAN nicht mehr sicher?
Canon pflanzt großen APS-C-Sensor in Kompaktkamera
Spiegelreflexkameras sind generell sehr schwer. Das gilt nicht für Canons G1 X Mark III, obwohl es APS-C-Sensoren enthält. Doch das ist nicht die einzige Eigenschaft, …
Canon pflanzt großen APS-C-Sensor in Kompaktkamera
Huawei setzt mit "Mate 10 Pro" zur Aufholjagd an
Nicht nur smart, sondern auch intelligent - so preist Huawei sein neues Flaggschiff "Mate 10 Pro" an. Mit ihm will der chinesische Hersteller zur Weltspitze im …
Huawei setzt mit "Mate 10 Pro" zur Aufholjagd an
Tricks für mehr Klicks im eigenen Youtube-Kanal
Um im Videonetzwerk Youtube erfolgreich zu sein, braucht es mehr als nur Kamera und Leidenschaft. Auch die richtige Reichweitenstrategie, Qualität und Ausdauer sind …
Tricks für mehr Klicks im eigenen Youtube-Kanal

Kommentare