Vorsicht Sonne: Die Haut vergisst nie

- Mit der Sonne ist nicht zu spaßen. Jedenfalls nicht ohne Schutz. Was Wüstenwohner von altersher wissen, ist für die Menschen in kühleren Gegenden nur schwer verständlich: Man setzt seinen Körper nicht ungestraft schutzlos den brennenden Strahlen einer Sommersonne aus.

<P>"Die Haut vergisst nichts", warnt Professor Wilhelm Stolz, Chefarzt am der Hautklinik in München-Schwabing im hauseigenen Magazin, und er meint damit besonders die kindliche Haut. Wenn Kinder einen Sonnenbrand bekommen, kann das der Auslöser einer Tumorerkrankung sein, die sie zwar erst etwa 20 Jahre später als Erwachsene quälen wird, die aber mit besserer Vorsorge hätte vermieden werden können. </P><P>Ohne Sonnenlicht würden wir nicht leben und mit zu wenig werden wir deppressiv. Aber grillen sollte man sich deswegen nicht.<BR>Am Strand, auf der Hochalm oder am Seeufer sollten Kinder mit normaler Haut immer auch im Hochsommer lichtundurchlässige T-Sthirts mit Ärmeln, kurze Hosen, eine Kopfbedeckung mit Schirm tragen. Was an nackter Haut übrig bleibt, muss gut mit einem Sonnenmittel geschützt werden (und nach einem Bad erneuert). </P><P>Natürlich sollten auch Erwachsene beim Sonnenbad daran denken, dass UV-Strahlen die Hautzellen angreifen. Wenn das Reparatursystem der Haut die Strahlendosis von der Sonne nicht mehr verkraftet, werden die geschädigten Zellen irgendwann zu Krebszellen. Je nach Hauttyp (hell oder dunkel) Typ muss man sich vor viel Sonne sofort oder etwas später schützen. Für die Auswahl eines Sonnenschutzmittels ist der Blick auf den Lichtschutzfaktor wichtig: "Ein Lichtschutzfaktor 20 erhöht die Eigenschutzzeit der Haut um das 20-fache", erläutert Stolz, "aber wie lange das wirklich ist, das hängt vom Hauttyp an. Es können fünf oder 40 Minuten sein." </P><P>Man sollte die Haut aber nie bis zur Grenze reizen. Auch ohne Sonnenbrand kann sich ein Hautkrebs entwickeln. Zum Beispiel aus einem Muttermal.</P><P>Derzeit sind in Deutschland überall "UV-Mobile" vom Deutschen Grünen Kreuz (Marburg) und dem Berufsverbad Deutscher Dermatologen unterwegs, in denen man einen kostenlosen Hautcheck und einen Typbestimmung durchführen lassen kann. <BR>Wie wichtig eine bessere Vorge ist, zeigt ein Blick auf die Erkrankungszahlen. Allein in Deutschland werden pro Jahr 100 000 neue Hautkrebsfälle entdeckt. Und immer jüngere Menschen sind betroffen.</P><P>Den bösartigsten Hautkrebs, das Melanom, auch schwarzer Hautkrebs genannt, kann man im Frühstadium noch heilen. Wenn man ihn komplett herausoperieren kann. Später setzt er Tochtergeschwülste bis in die Lungen und Knochen, ein quälendes Leiden steht den Kranken bevor .</P><P>Die Sonne kann aber der Haut auch auf ganz andere Art zusetzen: durch so genannte Lichtdermatosen oder Sonnenallergien. Etwa 20 Prozent der Bevölkerung sind nach Schätzungen von Sonnenallergie oder Lichtallergie betroffen. Meist handelt ses sich bei dem juckenden hautausschlag nur um eine photochemische Reaktion auf Hautcremes, Medikamente oder anderen Fremdstoffe, die durch die UV-Strahlen der Sonne ausgelöst wird.</P><P>Eine echte Lichtdermatose kann sich dagegen ohne Beteiligung von Chemikalien bereits nach wenigen Minuten Sonnenlicht zeigen. Die Ursache ist noch nicht erforscht, aber es soll keine Allergie sein. </P><P>Echte Lichtallergien können durch Kontakte mit Pflanzen entstehen. Viele Pflanzen bilden ätherische Öle und andere Inhaltsstoffe, die bei bestimmten Allergikern auf der Haut unter starker Sonneneinstrahlung Hautreaktionen (Rote Flecken, juckende Bläschen) auslösen. </P><P>Informationstag<BR>Am 5. Juli berichten in München bei einem Info-Tag "Die belastete Haut" Ärzte der Ludwig-Maximilians-Universität und der Technischen Universität über Melanome, Sonnenschutz, Hautallergien und neue Therapien. 9-16 Uhr, BMW-Pavillon, Lenbachplatz 7 (Nähe Stachus).</P><P>Das Melanom<BR>Melanome entwickeln sich langsam. Frühe Warnzeichen sind Veränderungen an Leberflecken oder Muttermalen, wi Asymmetrie, unregelmäßige Begrenzungen, dunkle Verfärbungen. Verdächtig ist auch ein einizger schwarzer Fleck zwischen lauter hellen Hautmalen.<BR><BR></P>

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