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LucasArts hatte dank Spielereihen wie "Monkey Island" viele Fans

"Monkey Island"-Spieleschmiede

Disney macht LucasArts dicht

Burbank - Die Übernahme vom Firmenimperium von George Lucas durch Walt Disney betrifft nun auch den Spielehersteller LucasArts. Der neue Eigentümer schließt die Traditionsmarke.

Nach mehr als 30 Jahren gehen bei der legendären Spieleschmiede LucasArts die Lichter aus: Der neue Besitzer Walt Disney zieht bei dem Entwickler altbekannter Computerspiele-Reihen wie „Monkey Island“, „Indiana Jones“ oder „Star Wars“ den Stecker. Zuletzt fehlten erfolgreiche neue Titel. Es bleiben Spieleklassiker, die die ganze Branche prägten.

Der „Krieg der Sterne“-Produzent George Lucas hatte LucasArts 1982 gegründet. Er brachte damit unter anderem seine eigenen Filmhits als Computerspiele heraus. LucasArts erarbeitete sich schnell einen guten Ruf mit Adventure-Titeln wie „Maniac Mansion“, „Day of the Tentacle“ oder „Zak McKracken“. Die Firma machte sich aber auch einen Namen in anderen Genres wie Flugsimulatoren mit „Battlehawks 1942“.

Die ersten Spiele liefen noch auf C64, Atari oder Amiga, später folgten die PC-Ära mit MS-DOS und schließlich Windows. Zuletzt waren es vor allem immer neue „Star Wars“-Spiele und Auskopplungen wie „Jedi Knight“ oder „Lego Star Wars“, die Lucas Arts herausbrachte. Doch die ganz großen Erfolge aus den früheren Jahren blieben am Ende aus. Die zunehmende Beliebtheit günstigerer Spiele für Smartphones und Tablet-Computer machte LucasArts zusätzlich zu schaffen.

Nahezu alle der zuletzt 200 Mitarbeiter seien nun entlassen worden, schrieb das „Wall Street Journal“ am späten Mittwoch (Ortszeit) unter Berufung auf eine informierte Person. Disney selbst äußerte sich auf Anfrage nicht dazu.

Walt Disney hatte vor einem halben Jahr die Mutterfirma Lucasfilm von George Lucas für 4 Milliarden Dollar übernommen. Dabei ging es dem Medienkonglomerat in erster Linie um die Filmrechte an „Krieg der Sterne“. Die Spiele waren Nebensache.

Nach Daten der Marktforschungsfirma NPD Group, aus denen das „Wall Street Journal“ zitierte, hatte LucasArts im vergangenen Jahr noch Spiele für 55 Millionen Dollar verkauft - weniger als ein Drittel der Einnahmen aus dem Jahr 2006.

Die passenden Computerspiele zu den geplanten drei neuen „Krieg der Sterne“-Filmen sollen nun von externen Entwicklern kommen. Disney will entsprechende Lizenzen vergeben, wie es in einer Mitteilung an US-Medien hieß. Unklar ist, ob die Marke LucasArts überlebt, deren Logo ein goldenes Männchen ist.

Zuerst hatte die Spiele-Website „Game Informer“ über das Aus von LucasArts berichtet. Eigentlich sei die Nachricht keine Überraschung, stellten die Branchenkenner trocken fest: Die letzten Spiele hätten enttäuscht und es habe eine klare Ausrichtung gefehlt. Allerdings hatte der noch unveröffentlichte Titel „Star Wars 1313“ bei einer Vorschau gute Kritiken eingeheimst. Ob das Spiel unter neuer Regie vollendet wird, ist offen.

dpa

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