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Die neue Bedienfläche mit Kacheln ist für Touchscreens optimiert. Am Normalo-PC wirkt das alles eher verwirrend

Ab heute erhältlich

Windows 8: Was es bringt, wer es braucht

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München - Am Freitag beginnt ein neues PC-Zeitalter. Microsoft veröffentlicht Windows 8 – das für die größten Veränderungen beim Arbeiten am Computer seit 17 Jahren sorgt, seit Windows 95.

Es wird die spannendste Technik-Woche des Jahres! Am Dienstag stellt Apple das lange erwartete iPad mini vor. Am Donnerstag erscheint Amazons Tablet Kindle Fire zum Super-Sparpreis endlich auch in Deutschland. Und am Freitag folgt eine Doppel-Premiere: Microsoft startet gleichzeitig Windows 8 und seinen Tablet-Computer Surface. Wir verraten Ihnen alles über die Neuheiten.

Was bringt Windows 8?

Windows-Seite von Microsoft

Wer das bisherige Windows (XP, Vista, 7) gewöhnt ist, muss sich enorm umstellen. Wegen des Erfolgs von Smartphones und Tablets ist Windows 8 vor allem für die Bedienung am Touchscreen optimiert. Sie steuern Ihren PC künftig über große Kachel-Symbole, selbst die gewohnte Startleiste unten ist verschwunden. Und viele Befehle haben sich geändert. Auf Internet-Handys und Tablets funktioniert das prima, auf normalen PCs ohne Touchscreen und mit Mausbedienung weniger gut. „Großes Potenzial für Verwirrung“, hat Walt Mossberg ausgemacht, Technik-Guru des Wall Street Journal. Auf Wunsch können Sie für einige meist ältere Programme auch eine traditionelle Windows-Oberfläche aufrufen – doch das überzeugt die Computerzeitschrift c’t nicht: „Hier wächst zusammen, was nicht zusammengehört.“ Windows 8 hat aber auch Vorteile wie den Windows Store, in dem Sie virensichere Apps für Ihren PC kaufen können. Erstmals ist auch eine vollwertige Virenschutzsoftware an Bord. Langfristig werden Sie an Windows 8 ohnehin nicht vorbeikommen, denn neue PCs werden bald nur mehr damit ausgeliefert.

Brauche ich es schon zum Start?

Auf keinen Fall! Selbst Paul Otellini, Chef von Chip-Gigant Intel und enger Microsoft-Partner, glaubt: „Zum Verkaufsstart wird Windows 8 unfertig ausgeliefert.“ Experten gehen davon aus, dass erst Aktualisierungen im Laufe der nächsten Monate für eine ausgereifte Software sorgen. Wenn der Umstieg auf Windows 8 Sie reizt, sollten Sie also zumindest bis Anfang 2013 warten. Und richtig lohnenswert wird das neue Windows wohl erst, wenn eine neue PC-Generation mit Touchscreens erscheint, die die Fingerbedienung ausnutzt. Wobei höchst umstritten ist, wie komfortabel diese PC-Steuerung tatsächlich ist. In den nächsten ein, zwei Jahren sind Sie mit Windows 7 jedenfalls weiter gut bedient. Wenn Sie noch XP oder Vista nutzen, sollten Sie wegen der verbesserten Sicherheit langsam über einen Umstieg nachdenken.

Die kuriose Beziehung der Deutschen zum Computer

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Funktioniert Windows 8 überhaupt auf meinem Rechner?

Microsoft verspricht seinen Kunden, dass auf jedem PC, auf dem Windows 7 derzeit läuft, auch Windows 8 problemlos installiert werden kann. Schon ein Prozessor mit 1 GHz und 2 GB Arbeitsspeicher sollen völlig genügen. Für eine Aktualisierung von XP/Vista/7 auf Windows 8 zahlen Sie momentan rund 55 Euro (DVD-Version), der Download kostet dabei aber nur 30 Euro. So günstig war ein neues Windows noch nie. Wenn Sie also umsteigen wollen, sollten Sie zunächst den Inhalt Ihres Computers über die Windows-Backup-Software („Sichern und Wiederherstellen“) auf einer externen Festplatte speichern, dann den PC löschen, Windows 8 installieren, und als letzten Schritt Ihre Inhalte zurückspielen. So erhalten Sie ein frisches, sauberes System ohne Altlasten.

Auf dem goldenen Tablet(t)

Während das Apple-Tablet bisher kaum Konkurrenz fürchten muss, servieren die Hersteller jetzt Neuheiten fürs Weihnachtsgeschäft! Diese Woche feiern Amazons Kindle Fire, Microsofts Surface und Apples iPad mini Premiere.

- Amazon Kindle Fire: Hier können Sie ab Donnerstag richtig sparen. Dank kleinem 7-Zoll-Bildschirm (17,8 Zentimeter) und der Preis-Subvention von Amazon, das mit der Hardware kein Geld verdienen muss, gibt es das Fire mit 8 GB Speicher schon für 159 Euro (Aufpreis für die viel schärfere HD-Version: 199 Euro für 16, 249 Euro für 32 GB). Die Auswahl an Büchern, Musik und Filmen ist top, bei den Apps kann Amazon aber nicht mit Apple mithalten.

- Microsoft Surface: Das günstigste Surface kostet ab Freitag genauso viel wie das billigste iPad: 479 Euro. Allerdings bietet Microsoft 32 GB Speicher (Apple nur 16 GB. Einen Mobilfunkanschluss bietet Microsoft vorerst nicht an. Preis und viel geringere App-Auswahl sind also keine Argumente fürs 10,6 Zoll große Surface (26,9 Zentimeter). Dafür lässt sich das neue Windows RT (ein abgespecktes Windows 8) toll bedienen. Top sind die magnetischen Cover (siehe Foto oben) mit integrierter Tastatur, die das Surface in einen Mini-Laptop verwandeln (100 Euro extra), bei der 64-GB-Version für 679 Euro serienmäßig.

- Apple iPad mini: Das geschrumpfte 7,85-Zoll-Tablet (19,9 Zentimeter) wird bei uns angeblich ab 249 Euro zu haben sein. Anfang November soll das Gerät erscheinen, nach der Präsentation morgen Abend ab 19 Uhr wissen wir mehr.

Jörg Heinrich

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