Verena Weigand von der BLM.

Positive Aspekte

Was sagt eigentlich der Jugendschutz zu Pokémon Go?

  • schließen

München - Verena Weigand ist Bereichsleiterin für Jugendschutz und Medienkompetenz bei der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien. Im Interview erklärt sie das Phänomen Pokémon Go.

Was ist so besonders an Pokémon Go?

Verena Weigand: Die Idee ist nicht neu: Die reale Welt wird mit der virtuellen Welt kombiniert, der Spieler sucht etwas. Ich vermute, dass es so großen Anklang findet, weil die Pokémon-Figuren immer noch tief verankert sind bei inzwischen mehreren Generationen.

Auch viele Kinder mögen die Pokémon. Ist das Spiel für sie geeignet?

Weigand: Dass man mit Pokémon-Figuren spielt, dagegen ist grundsätzlich nichts zu sagen. Der Aspekt, dass man sich mit dem Spiel draußen bewegt und zwar mehr als das manche Kinder ansonsten tun, ist sogar positiv.

Pokémon Go: Ist auch München bald im Spiel-Fieber?

Welche Gefahren sehen Sie?

Weigand: Wenn plötzlich große Menschenansammlungen entstehen, um Pokémons zu suchen. Vor allem an unpassenden Orten wie Friedhöfen, Kirchen – oder auf privaten Grundstücken.

Was mache ich als Privatperson, wenn Spieler ein Pokémon in meinem Garten fangen wollen?

Weigand: Niemanden reinlassen! Das Hausrecht geht natürlich vor. Aber die Pokémon können ja näher herangelockt werden. Gegen Menschenmassen am Zaun kann man vermutlich nichts machen.

"Pokémon Go": Irre Monsterjagd mit Suchtpotenzial

Wie sieht es mit dem Datenschutz aus?

Weigand: Das ist tatsächlich ein großes Problem. Es ist immer schwierig, wenn man mit geo-basierten Spielen unterwegs ist: Die Bewegungsdaten werden zusammen mit dem Gerät gespeichert.

Und man weiß nicht genau, was gespeichert wird, und was mit den Daten passiert – sie können weiterverkauft werden. Das ist ein Unsicherheitsfaktor. Eltern sollten sich die Datenschutzerklärung zumindest mal genau ansehen.

Ab welchem Alter können Kinder das Spiel spielen?

Weigand: Das ist für mich nichts anderes als die Frage, ob man Kinder alleine rausgehen lässt. Bis zu einem gewissen Alter begleiten Eltern ihre Kinder nun mal in den Park oder zum Bolzplatz.

Es heißt, das Spiel hat einen hohen Suchtfaktor.

Weigand: Es ist übertrieben, gleich von Sucht zu sprechen. Meistens ist es eher ein exzessives Verhalten über einen bestimmten Zeitraum. Bei diesem Spiel wird man irgendwann vom Laufen müde. Da sind andere Spiele, die man nur im Sitzen spielt, problematischer.

Pokémon Go: Die besten Einsteiger-Tipps zum Loslegen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Western Union entschädigt Betrugsopfer
Opfer von Betrügereien, die über den Bargeldtransfer-Dienstleister Western Union abgewickelt wurden, haben unter Umständen Anspruch auf eine finanzielle Entschädigung. …
Western Union entschädigt Betrugsopfer
AMD-Radeon-Update: ältere DirectX9-Games wieder spielbar
Auf einem modernen PC Game-Klassiker wie "Command&Conquer" oder den ersten Teil der "Witcher"-Triologie spielen? Das geht ab sofort mit einem neuen Treiber für …
AMD-Radeon-Update: ältere DirectX9-Games wieder spielbar
Beim Kauf von Android-Smartphone auf Project Treble achten
Mehr Sicherheit für das Smartphone erhalten Nutzer nur mit regelmäßigen Updates. Doch Android-Geräte haben da manchmal das Nachsehen. Mit Project Treble will Google das …
Beim Kauf von Android-Smartphone auf Project Treble achten
Facebook lässt Nutzer über Qualität von Medien entscheiden
Seit der US-Präsidentenwahl 2016 wird Facebook massiv wegen der Ausbreitung gefälschter Nachrichten kritisiert. Nach einem ersten Versuch, Recherche-Profis Warnzeichen …
Facebook lässt Nutzer über Qualität von Medien entscheiden

Kommentare