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Watch Dogs von Ubisoft im Test: Das Smartphone ist die mächtigste Waffe von hacker Aiden Pearce.

Hacker-Abenteuer

Watch Dogs im Test: Smartphone als Waffe

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München - Ubisofts lange angekündigtes Hacker-Abenteuer Watch Dogs steht endlich in den Läden. Aber wie gut ist das lange erwartete Spiel? Zum Test von Watch Dogs. Mit Video.

In Watch Dogs von Ubisoft wird nicht nur mit dem Smartphone gehackt, sondern auch viel geballert.

Hacker sind die modernen Magier. Mit dem Smartphone als Zauberstab. Diesen Eindruck vermittel schon die Eröffnungssequenz von Watch Dogs. Hauptcharakter Aiden Aiden Pearce hackt sich mit seinem Handy in das Netzwerk einer Hotel-Lobby - und schon hat er die Kontrolle und das Wissen über fast alles und jeden. Über den Tablet-Computer von IT-Manger James Smith erfährt er, dass dieser in der Nacht zuvor 5.000 Dollar im Poker verspielt hat. Von Maria Johnson, die ebenfalls im Netzwerk hängt, weiß er, dass sie einen verheirateten Mann datet. Und natürlich kann er sämtliche Überwachungskameras nach Belieben kontrollieren. Aber das ist nur der Anfang. Mit dem Smartphone kann Aiden aus dem Nichts Geldströme aus Bankkonten abzapfen und die komplette Sicherheitstechnik von Gebäuden ausschalten. So ist es mittlerweile: Wer das Netz beherrscht, übt eine unglaubliche macht über Menschen und Maschinen aus. Watch Dogs zeigt die Schattenseiten der totalen Vernetzung.

Der Spieler schlüpft in Watch Dogs in dem umfangreichen Action-Adventure in die Rolle des Ganoven Aiden Pearce, der bei einem seiner Raubzüge den falschen Leuten in die Quere kommt. Als die zur Vergeltung seine geliebte Nichte ermorden, macht Pearce sich auf die Suche nach den Hintermännern des Attentats.

Watch Dogs Test: Smartphone als mächtigste Waffe

Sein mächtigstes Werkzeug ist dabei keine Schusswaffe, sondern ein Smartphone. Damit kann Pearce die Spielwelt nach Belieben manipulieren. Von der Überwachungskamera bis zur Verkehrsampel hört alles auf sein Kommando. Und auch die persönlichen Konten seiner Mitbürger sind nicht vor ihm sicher - Pearce kann zum Beispiel SMS von Passanten lesen, ihre Bankkonten ausräumen oder fremde Telefonate abhören. Damit nicht genug: So kann man bei Verfolgungsjagden die Autos der Gegner mit Umweltfallen ausschalten oder eine Granate im Anzug eines Feindes per Handy-Fernzündung in die Luft jagen. Trotzdem kann Aiden Pearce in Watch Dogs zur Sicherheit auch Pistolen, Sturmgewehre oder Scharfschützengewehre einsetzen. Man weiß ja nie, ob die Internet-Verbindung nicht doch mal abreißt... 

Die passende Spielidee für die Zeit nach Edward Snowden und der NSA-Affäre? „Als wir vor viereinhalb Jahren mit dem Spiel angefangen haben, hatten wir von diesen Skandalen noch keine Ahnung“, sagte Chefentwickler Danny Belanger der Nachrichtenagentur dpa. „Die Diskussion um Privatsphäre und den digitalen Schatten, den wir im Internet hinterlassen, gab es da aber natürlich schon.“

Watch Dogs Test: Mindestens 20 Stunden Spielzeit

Trockener Politikunterricht ist „Watch Dogs“ aber nicht, sondern eher ein typisches Action-Adventure im Stil von "Grand Theft Auto". Wenn Aiden Pearce nicht gerade etwas hackt, liefert er sich meistens Schießereien und Verfolgungsjagden mit Gangstern oder der Polizei. Dazu kommen unzählige andere Aktivitäten, vom Hindernislauf bis zum Autorennen. Auf den ersten Blick wirkt das riesige Angebot fast etwas überfordernd. Wer alle Aufgaben absolviert, soll Watch Dogs nach Angaben von Ubisoft in etwa 40 Stunden abschließen können, die Geschichte nimmt etwa die Hälfte der Zeit ein. Die Nebenmissionen machen übrigens sehr viel Spaß. So wird man im Vorbeigehen Zeuge eines Einbruchs und muss den Dieb stoppen. Oder man kann mit einem Spinnenroboter für Chaos und Verwüstung sorgen. Zur Entspannung kann man in Watch Dogs auch mal eine Partie Poker zocken.

Was dem Spiel sein ganz besonderes Feeling verschafft, ist die unglaubliche Menge an Informationen, die Aiden in Watch Dogs jederzeit über alle Menschen in seiner Umgebung abrufen kann. Jede Figur ist vernetzt. Und jeder hinterlässt Spuren Netz, die Aiden mit seinem Smartphone im vorbeigehen scannen kann. Hält man das Handy in Richtung einer hübschen, dunkelhaarigen Dame, erfährt man, dass sie 22 Jahre alt ist und als Prostituierte arbeitet. Scannt man den Mann neben ihr, liest man wie in einem offenen Buch, dass er in der Werbebranche arbeitet, 78.800 Dollar im Jahr verdient und schon mal wegen eines Angriffs auf einen Polizeibeamten verurteilt wurde. Watch Dogs gibt dem Spieler eine gute Vorstellung davon, wie es sich anfühlen muss, bei der NSA zu arbeiten... 

Watch Dogs Test: Realistische Licht- und Wettereffekte

Schauplatz von Watch Dogs ist die US-Metropole Chicago, die die Entwickler detailverliebt zum Leben erweckt haben. Sehr realistisch sind vor allem die Licht- und Wettereffekte. Großartig sehen vor allem Sonnenuntergänge oder Regenschauer aus.

Toll ist auch die riesige und unglaublich detaillierte Karte von Chicago. Diese garantiert ein großartiges Open World-Feeling. Von Platz zu Platz kommt Aiden in Watch Dogs ähnlich wie in der GTA-Reihe: Man brettert mit dem Auto oder dem Motorrad durch die Straßen von Chicago. In vielen Missionen sind überigens Stealth-Qualitäten gefragt. Wer unerkannt durch die Räume schleicht (hilfreich ist die gute Cover-Technik), kommt besser voran. Über das Smartphone kann man sich in Überwachungskameras hacken und die Standorte von Feinden auskundschaften.  

Gelungen sind auch die verblüffend lebensechten Charakteranimationen. Stichwort Charaktere: Während die Hauptfigur Aiden das ganze Spiel über eher blass wirkt, sorgen die kuriosen Nebenfiguren für Würze in der Handlung.

Watch Dogs Test: So ist der Multiplayer-Modus

Der Multiplayer-Modus ist bei „Watch Dogs“ nahtlos ins Gameplay integriert, ein eigenes Menü muss der Spieler dafür nicht aufrufen. „Wir wollen die Grenze zwischen Einzel- und Mehrspielermodus verwischen“, erklärt Designer Belanger die Idee dahinter. Konkret bedeutet das, dass sich Spieler zum Beispiel unbemerkt in fremde Partien hacken und dort Jagd auf den Spieler machen können. Wer ungestört zocken will, kann die Angriffe aber auch abschalten.

„Watch Dogs“ ist ab sofort für PC, Playstation 3 und 4, Xbox One und Xbox 360 erhältlich. Eine Wii-U-Version ist ebenfalls angekündigt, erscheint aber erst später. Einen genauen Termin gibt es noch nicht. Der Preis liegt je nach Version bei 50 bis 70 Euro. Extrem brutal ist „Watch Dogs“ zwar nicht, friedlich geht es aber auch nicht gerade zu. Das Spiel ist daher erst ab 18 Jahren freigegeben.

Fazit: Watch Dogs überzeugt im Test mit einer großartigen Hacker-Atmosphäre, die im Spieler schnell Allmachtsgefühle hervorruft. Die zahlreichen Haupt- und Nebenmissionen sind cool und abwechslungsreich gestaltet. Auch das Open-World-Feeling im digitalen Chicago ist wirklich klasse. Watch Dogs ist ein Anwärter auf das Spiel des Jahres 2014!

fro (mit Material von dpa)

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