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Mit dem Handy ins Netz: Geschworene dürfen das nicht.

Ungültiger Prozess: Geschworener twitterte im Gericht

Amerikanische Geschworene schreiben aus dem Gerichtssaal bei Twitter und Facebook. Die Fälle müssen neu aufgerollt werden, die Gesetzeslage hat Schlupflöcher.

Moderne Technik und das Web 2.0 stellen die amerikanische Justiz vor eine schwierige Aufgabe. Nicht nur, dass Geschworene während der Verhandlungen über internetfähige Handys die Beweislage überprüfen. Einige posten sogar Neuigkeiten auf sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook.

Zumindest das Überprüfen von Fakten aus dem Gerichtssaal heraus ist eigentlich nicht erlaubt. Ganze Fälle mussten neu aufgerollt werden, weil bekannt wurde, dass Geschworene ihre Handys benutzt hatten. Wochenlange Arbeit war umsonst, berichtet die New York Times und zählt mehrere Fälle auf.

Einer der Geschworenen könnte sogar richtig Ärger kriegen. Es geht um Johnathan Powell, der im Gerichtssaal saß, als eine Firma aus Arkansas, die den Baustoff Stoam entwickelt hatte, zu einer Zahlung von 12,6 Millionen Dollar (etwa 9,5 Mio. Euro) verurteilt wurde. Aus dem Gerichtssaal soll der 29-jährige Kaufmann zwei Nachrichten über Twitter abgesetzt haben (eins, zwei). Darin rät er im Scherz davon ab, Stoam zu kaufen, weil die Firma durch die Zahlung demnächst pleite gehen könnte.

Die Firma hat nun Beschwerde gegen das Urteil eingelegt, weil der Geschworene durch die Nachrichten gezeigt habe, dass er gegenüber der angeklagten Firma voreingenommen sei. Powell erwidert, er habe die Nachrichten erst nach dem Urteilsspruch geschrieben.

Gizmodo fragt nun, ob moderne Technik die amerikanische Justiz unterwandert. Die Gesetzlage ist unklar, sicher ist nur eins: Powell kann sich vor Interviewanfragen kaum retten. Neben der New York Times hat The Next Web einen Text über den Fall und zeigt ein Video-Interview des 29-Jährigen. Fayettevillflyer hat ebenfalls ein Interview mit Powell geführt.

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