Fotodienst mit Sicherheitslücke

Millionen Snapchat-Nutzerdaten online

Berlin - Erst spielte der Fotodienst Snapchat die Risiken einer Sicherheitslücke herunter, dann wurde sie genutzt, um die Telefonnummern von 4,6 Millionen Nutzern abzugreifen - und mehr.

Nach einem riesigen Datenleck, bei dem Namen und Telefonnummern von rund 4,6 Millionen Nutzern des Fotodienstes Snapchat entwendet wurden, hüllt sich das Start-up in Schweigen. Unbekannte hatten in der Neujahrsnacht die Informationen ins Netz gestellt. Dabei hatten sie allerdings die letzten beiden Ziffern der Telefonnummern unkenntlich gemacht.

Das Besondere an der Handy-App Snapchat ist, dass sich die versendeten Bilder nach spätestens zehn Sekunden selbst löschen, sobald der Empfänger sie gesehen hat. Deshalb werden über den Dienst oft pikante Bilder verschickt - da ist ein so massiver Eingriff in die Privatsphäre besonders schmerzhaft.

Snapchat äußerte sich bis Donnerstag mit keinem Wort zu dem Datenleck. Wenige Tage zuvor hatte das kalifornische Start-up noch eben jene Sicherheitslücke heruntergespielt, über die am Ende die Nutzerdaten abgefischt wurden.

Die IT-Sicherheitsfirma Gibson Security hatte zu Weihnachten ausführlich beschrieben, wie über die Funktion zum Finden von Freunden bei Snapchat eine Datenbank aus Nutzernamen und Telefonnummern erstellt werden könne. Dabei werden die Kontaktdaten aus dem eigenen Handy mit denen der Snapchat-Nutzer abgeglichen. Man habe den Fotodienst schon vier Monate zuvor gewarnt, es sei aber nichts passiert, erklärte Gibson.

Snapchat selbst kannte diese Lücke: Die Firma schrieb in einem Blogeintrag vom 27. Dezember, man habe diverse Vorkehrungen dagegen getroffen. Die stellten sich jedoch als ungenügend heraus. Denn Computerkenner nutzten offenbar genau diese Schwachstelle, um die Nutzerinformationen abzugreifen, die sie dann im Netz veröffentlichten. Nach dem Datenleck betonte Gibson Security, man habe nichts damit zu tun. Die Seite, auf der die Nutzerdaten veröffentlicht wurden, ist inzwischen abgeschaltet.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

"Geofencing": Wie Händler Smartphones für Werbung nutzen
Das Smartphone wird für den stationären Handel immer wichtiger. Unternehmen arbeiten an Methoden, das Gerät für Werbung im Geschäft nutzbar zu machen. Meist werten die …
"Geofencing": Wie Händler Smartphones für Werbung nutzen
Indische Zeichen: Updates für iOS und macOS lösen Problem
Ein paar Zeichen in indischer Schrift - und die App versagt den Dienst? Sowas erleben aktuell Nutzer von iOS-Geräten. Apple hat nun ein Update veröffentlicht, das dieses …
Indische Zeichen: Updates für iOS und macOS lösen Problem
Streaming, Apps, Telefon: Geld sparen mit Familienkonten
Wer sich eine neue DVD oder CD kauft, kann sie mit Familie und Freunden teilen. Warum also Digitales doppelt kaufen? Mit Familienkonten können Nutzer Musik, Videos und …
Streaming, Apps, Telefon: Geld sparen mit Familienkonten
Windows zurücksetzen kann wichtige Daten kosten
Auch wenn sie sich eine bessere Performance erhoffen, sollten Windows-Nutzer ihren PC nicht zurücksetzen. Alle Daten, die nicht im Benutzerprofil gespeichert wurden, …
Windows zurücksetzen kann wichtige Daten kosten

Kommentare