Weichenstellung in New York

- Mit einem ungewöhnlichen Austauschprogramm in die USA können an der Technischen Universität München (TUM) die fortgeschrittenen Medizinstudent/inn/en selbst die Weichen für ihre Karriere stellen. Zwar haben die Studierenden an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) ihr Harvard-Programm für die problemorientierte Schulung junger Tutoren, aber das ist mit dem Programm der Cornell University New York im Umfang der klinischen Auslandserfahrung nicht zu vergleichen, wie sich in einem Gespräch mit dem Initiator des Projekts, Professor Bernd Gänsbacher, herauskristallisiert hat

<P>Denn das New-York-Projekt ist kein Bestandteil des allgemeinen Lehrprogramms der TUM am Klinikum rechts der Isar, sondern ein Angebot für motivierte Jungmediziner/innen. Diese wechseln für vier Monate an eine New Yorker Uniklinik und werden dort ins Ärzteteam integriert. Dabei erleben sie nicht nur den normalen Klinikalltag, sondern werden von den Ärzten auch gefördert. So manche/r Jungmediziner/in hat dort ein Interesse für ein bestimmtes Fachgebiet entwickelt.<BR><BR>US-Mediziner loben die Ausbildung der Deutschen<BR> <BR>Jeweils zehn junge Frauen und Männer fliegen für ein Vier-Monatsprogramm nach New York. "Und meine Studenten zahlen dafür nichts", betont Gänsbacher zufrieden angesichts der notwendigen staatlichen Unterstützung des Harvard-Programms in Boston, in dessen Genuss nur ganz wenige LMU-Studenten kommen (den meisten Studenten wird von den ausgewählten Tutoren das Harvard-Konzept vermittelt - ein ganz anderer Ansatz also). <BR><BR>Natürlich wählt auch Gänsbacher, Experte für Gentherapie und genetische Onkologie, unter den TUM-Studenten Austauschkandidaten aus. <BR><BR>Zwanglos lernt er die besonders Motivierten in seinen Abendzirkeln kennen. Dort treffen sich interessierte Studenten nach den Vorlesungen und diskutieren in Englisch medizinische Fragen. Gut vorbereitet reisen sie später in die USA. Sicher mit ein Grund für die Wertschätzung, die den Studierenden von rechts der Isar entgegen gebracht wird. Gerade erst hat der Vize-Dekan der Cornell University, Oliver Fein, sich voll des Lobes über die Studenten aus München als weltweit mit am besten ausgebildet geäußert. <BR><BR>"Sie sind eben besonders motiviert", meint Gänsbacher und fügt hinzu, solche Studenten sind die Zukunft der Medizin. Womit das Thema Medizinreform in Deutschland angesprochen ist. Denn die Reform braucht motivierte junge Leute. An wissenschaftlichen Möglichkeiten fehlt es nicht: "Die Deutschen sind die Amerikaner Europas", so Gänsbacher über die Qualität hiesiger Medizin. </P><P>"Wir könnten hier auch eine Harvard Universität haben, da fehlt nur der Wille". Für eine Reform etwa in der medizinischen Forschung müsste man vor allem die vernebelten hierarchischen Strukturen abschaffen: In den USA heißt es, zeigen Sie was Sie können, dann kann man sehr schnell seinen Weg nach oben machen.<BR></P>

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