Weiße Flecken in der Ausbildung

- Knapp 10 000 neue Studenten hat Professor Bernd Huber, der Rektor der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), in diesem Wintersemester begrüßen dürfen. Kurz darauf musste er aus dem Ministerium erfahren, dass die Uni mit drastischen Kürzungen ihrer Mittel im Jahr 2004 zu rechnen hat. "Das wäre ein radikaler Kahlschlag", warnt Huber.

<P>Wie berichtet, müssen Bayerns Universitäten im nächsten Jahr rund zehn Prozent im Etat einsparen. "Alleine für die LMU würde dies, wenn das Sparprogramm aus dem Staatsministerium in die Realität umgesetzt wird, einen finanziellen Einschnitt von rund 25 Millionen Euro bedeuten. Damit verbunden wäre ein Verlust von etwa 600 Stellen, ohne Klinikum", erklärt Huber. "Unausweichliche Folge sind dann weiße Flecken in der Ausbildung der Studenten."<BR><BR>Eine fatale Entwicklung für eine Universität, die sich zum Ziel gesetzt hat, in einigen Jahren zu den Top Ten der europäischen Hochschulen aufzusteigen.<BR><BR>"Eine der schwerwiegendsten Folgen dieser Haushaltskürzungen wäre eine Überalterung des Personals, denn Geld für Neubesetzungen mit jungen aufstrebenden Wissenschaftlern wird nicht mehr vorhanden sein", sorgt sich Huber um die Zukunft von Bayerns größter Hochschule.<BR><BR>Mit der Finanznot kommt die LMU in einen Teufelskreislauf. "Je weniger junge Wissenschaftler wir einstellen können, desto weniger erfolgreich können wir Drittmittel einwerben", beschreibt der Uni-Rektor die Situation.<BR><BR>Für Huber sind erhebliche Flurschäden in der Uni-Landschaft nicht zu verhindern, die sich dann auch bei zukünftig weniger angespannten Haushaltslagen so schnell nicht wieder beheben lassen.<BR><BR>Am vergangenen Donnerstag hatte die Bayerische Rektorenkonferenz im Wissenschaftsministerium ihre Sorgen bereits vorgetragen. Minister Thomas Goppel (CSU) zeigte Verständnis für die Situation. Doch die Sparmaßnahmen sind bereits beschlossene Sache, verhandelt werden kann nur noch um die Höhe.<BR><BR>In die aktuelle Diskussion um Studiengebühren zur Stopfung der Finanzlöcher will Huber nicht einsteigen. <BR>Derzeit gilt für Bayern noch die Regelung des Hochschulrahmengesetzes, wonach Gebühren für das Erststudium nicht erlaubt sind. Der Freistaat und die anderen unionsregierten Länder haben jedoch vor dem Bundesverfassungsgericht Klage eingereicht: Sie wollen Teile des Hochschulrahmengesetzes als unzulässigen Eingriff in die Länderhoheit kippen. Sollte die Klage Erfolg haben, wäre der Weg für Studiengebühren in Bayern frei. Eine Entscheidung wird für 2004 erwartet.<BR><BR>Für Huber ist das Thema "ein Pappkamerad". Solange kein Urteil des Bundesverfassungsgerichts über das Hochschulrahmengesetz vorliege, werde er sich an den Überlegungen nicht beteiligen. "Wir haben zur Zeit ganz andere Sorgen."</P><P><BR> </P>

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